Am Samstag kam das (Mathe-)Sams

Am Samstag, den 11. April, strömten wieder 240 Schüler und Schülerinnen in die Fridtjof-Nansen-Schule im Fahrenort. Freiwillig wollten sie am Wochenende lernen und sich den Kopf heiß rechnen: Das Mathesams lud in die Schule ein und zog bereits im 15. Jahr zahlreiche Familien Lurups an.

Um 10.00 Uhr standen alle Teams bereit, ausgerüstet mit Stationszettel und guter Laune. Bei schönstem Frühlingswetter liefen die Kinder in ihren vorher festgelegten Gruppen über den Schulhof und suchten nacheinander 12 Klassenräume auf. In jedem erwartete sie eine andere Mathe-Aufgabe, jeweils in verschiedenen Niveaustufen, damit jedes Kind auf seinem Level gefordert werden konnte.

Zahlreiche Eltern und ältere Geschwister hatten sich wieder zum Helfen bereit erklärt. So saß an jedem Tisch eine Mutter oder ein Vater und erklärte freundlich die Aufgabe, die es zu lösen galt. Helfen war nicht erlaubt, aber Tipps geben schon und vor allem die Kinder zu motivieren, was viele Eltern liebevoll taten.

Es galt Somawürfel nach Vorlage zu bauen, Figuren zu spiegeln und zeichnerisch festzuhalten, geometrische Aufgaben zu lösen oder Zauberzahlen zu errechnen. Die Initiatorinnen des Mathesams, Christine und Ulrike Ritter, hatten sich wieder originelle und ansprechende Aufgaben ausgedacht und alles aufwändig vorbereitet. Tatkräftig wurden sie von Kolleginnen aus dem Swatten Weg unterstützt, die bei der Durchführung, beim Auf- und Abbau halfen und ein wunderbares Kuchenbuffet für helfende Eltern zur Verfügung stellten. Natalie Bade, Anja Hummel und Merle Prahl freuten sich über die große Beteiligung von Kindern aus ihrem Standort und genossen wie alle das fröhliche Miteinander auf dem Schulgelände und zum Abschluss in der Pausenhalle.

Bei der Siegerehrung herrschte gespannte Stille. Bevor einzelne Gruppen geehrt wurden, lösten die beiden Fachleiterinnen das leckerste Rätsel: Die Kinder hatten in einem Klassenraum die Anzahl der Fruchtgummi-Schlümpfe in einem Glas schätzen müssen. Das ließ dem einen oder andern Kind das Wasser im Mund zusammenlaufen: 157 Stück war die richtige Lösung, die niemand ganz, aber viele fast richtig geschätzt hatten.

Die Gewinnergruppen der jeweiligen Jahrgänge erhielten kleine Geschenke und ganz viel Applaus. Das Team „Mathefüchse“ überzeugte mit 30 von 30 Punkten. Wie schon in den Vorjahren hatten sie jeweils die schwierigsten Aufgaben gewählt und alle richtig gelöst. Dafür bekamen Jermain, Jonne, Jarla und Novak aus der Klasse 4 f verdient einen großen Preis und applaudierte Anerkennung.

Auch die Schulleitung, vertreten durch Marco Gerritsen und Abteilungsleiterin Marianna Sionta, genoss den Samstagvormittag in der Schule im Kontakt mit engagierten Eltern und viele Mathe-begeisterten Kindern. Rechnen macht Spaß!

Maren Schamp-Wiebe

„Die Vorfreude ist gleich“ – Ramadanfeier in Fridtjof-Nansen-Schule

Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Fridtjof-Nansen-Schule eine Ramadanfeier für die ganze Schule. Am 24. März folgten fast alle Klassen der Einladung in die schöne Aula im Swatten Weg, die von Lehrerin Natalie Bade passend zum „Bayram“ der Muslime festlich geschmückt worden war.

Maren Schamp-Wiebe, die zweite Fachleiterin für Religion, führte durch das Programm der beiden Veranstaltungen, an denen auch mehrere Eltern teilnahmen. Sie begrüßte die anwesenden Schüler:innen mit der Frage, welche muslimischen Kinder in den vergangenen vier Wochen einen Ramadankalender und wer von den anderen Kindern einen Adventskalender in der Weihnachtszeit gehabt hätte. So gut wie alle Finger gingen hoch, so dass eine schöne Gemeinsamkeit die Schulgemeinschaft von Anfang an verband. Ein ein 9-jähriges Mädchen fasste treffend zusammen: „So wie die anderen Kinder sich auf Weihnachten freuen und jeden Tag ein Türchen im Adventskalender aufmachen, so haben wir einen Ramadankalender mit kleinen Säckchen, die wir jeden Abend aufmachen dürfen. Und die Vorfreude ist gleich!“.

Dass das „Fest des Fastenbrechens“ für Muslime viele Gemeinsamkeiten mit dem christlichen Weihnachtsfest hat, wurde im Interview einiger Kinder deutlich: Salimato, Ilhan, Mahir, Alisya, Malek, Aybike, Medina, Mohammed und Ada erzählten von schicken Kleidern, dem leckeren Essen, Besuchen bei Verwandten, den Geschenken, dem Besuch in der Moschee und der fröhlichen Stimmung.

Bülent Seker, Leiter der Moscheegemeinde Schnelsen/Eidelstedt, erklärte den Zuhörenden den Fastenmonat Ramadan, Mehmet Ünver trug den Gebetsruf auf Arabisch vor und Hilal Yilman beschrieb den Sinn des Fastens. Nach einem Theaterstück „Der verschwundene Iftar“ wurden alle Klassen herzlich verabschiedet und mit einem Bonbon sowie einem Stück Zucker entlassen.
Fast alle Nationen bezeichnen das muslimische Fest mittlerweile als „Zuckerfest“, weil die Kinder Süßigkeiten geschenkt bekommen und an den Feiertagen leckere Süßspeisen zubereitet werden.

Bei der Veranstaltung lernten die Schüler und Schülerinnen sowie ihre Lehrkräfte viele Traditionen eines muslimischen Festes kennen. Es war schön, die Begeisterung der muslimischen Mitschüler:innen zu spüren und sich mit ihnen zu freuen, so wie sie es zu Weihnachten mit den christlichen Kindern tun. Und auch Jungen und Mädchen ohne religiösen Bezug fanden sich in der Veranstaltung wieder, weil bewusst auch von säkularen Festen und ihren Traditionen gesprochen wurde. Fazit aller 650 Kinder der Fridtjof-Nansen-Schule: „Die Vorfreude ist gleich!“
Maren Schamp-Wiebe

Hamburg räumt auf – und die FNS macht mit!

Auch 2026 haben die Schülerinnen und Schüler der Fridtjof-Nansen-Schule kräftig mitgeholfen, Lurups Straßen zu säubern. Im Rahmen der Aktion „Hamburg räumt auf“ wurden Ende Februar bereits einige Straßen, Grünstreifen und Plätze rund um den Fahrenort von allerlei Müll befreit. Dazu gehörten neben viel Plastik, leeren Glasflaschen und Zigarettenresten auch einzelne Schuhe oder achtlos weggeworfener Hausrat. Aufgrund der besonderen Wetterbedingungen – immerhin lag bis 19.2. Schnee – und der tollen Aktion „Trommelzauber“, an der die ganze Schule teilgenommen hat (Extra Artikel) blieb allerdings nicht genug Zeit innerhalb des Aktionszeitraums, um mit jeder Klasse sammeln zu gehen.

Die Kinder der Klima AG haben daher geplant, die Aktion an der Schule nach den Frühjahrsferien zu verlängern. „Wir haben ja noch Handschuhe und Müllsäcke in der Schule. Die verteilen wir nach den Ferien an alle Klassen – und können im März noch einmal Müll sammeln gehen“, meinen die Drittklässler dazu. Und „wenn man einmal anfängt, sauberzumachen, macht es richtig Spaß – und danach sieht es in Lurup noch schöner aus!“

DH

 

Trommelapplaus für die Fridtjof-Nansen-Schule im Swatten Weg

Wer in der vergangenen Woche im Swatten Weg an der Grundschule vorbeiging, konnte es hören: rhytmischer Trommelschlag und fröhlicher Gesang klang bis zum Bürgersteig und brachte den einen oder anderen Vorbeigehenden zum Lächeln. Vom 16. bis zum 20. Februar fand im Standort Swatten Weg der Luruper Fridtjof-Nansen-Schule der TROMMELAPPLAUS statt. Im Anschluss daran erleben die 400 Kinder im Fahrenort die inspirierende Projektwoche.

Jeden Tag begannen alle 200 Schüler:innen mit ihren Klassenlehrer:innen mit einer gemeinsamen Trommeleinheit. Schon ab Tag 2 nahm sich jedes Kind beim Eintreten in die Aula eine Djembe und setzte sich im Schneidersitz auf den Boden, um nach Herzenslust zu trommeln. Der Trommellehrer Jonas nahm die Kinder mit auf eine Reise nach Afrika, ließ sie wilden Tieren begegnen, Kanu fahren und vom Sternenhimmel träumen. Mühelos wechselte er von Trommel zu Gitarre, Gesang und Choreographie.

Im Laufe des Tages durften alle Vorschulkinder sowie die Jahrgänge 1 – 4 unter sich noch eine knappe halbe Stunde trommeln und sich auf ihren Einsatz vorbereiten. Jeder Altersstufe war nämlich vorher eine Rolle zugewiesen worden und so bastelten die Klassen kreative Masken und Verkleidungen.

Nach zwei Generalproben am Donnerstag hatte die Schule alle Eltern und Verwandten zu zwei großen Aufführungen am Freitagnachmittag eingeladen und sehr viele Menschen kamen! Mit explosiver Energie begeisterte Jonas die trommelnden Kinder und Zuschauenden gleichermaßen und zog alle in seinen Bann. Mit Leichtigkeit kletterte er die Bühne rauf und runter und schauspielerte, tanzte, trommelte und sang hinreißend. Das Publikum klatschte freudig und honorierte, dass ihre Kinder in nur fünf Tagen eine so großartige Gemeinschaftsaufführung einstudiert hatten.

Finanziert wurde der Trommelapplaus durch einen Sponsorenlauf der ganzen Schule im Herbst 2025. Manche Eltern mussten damals tief in die Tasche greifen, weil ihr Kind so viele Runden gelaufen war. Während der Trommelwoche erlebten die meisten aber zu Hause singende und gut gelaunte Kinder und spätestens bei der Aufführung war ihnen klar, dass dieses Erlebnis jeden Cent wert gewesen war.

Die Organisatoren, Abteilungsleiterin Gabriele Sauer und Schulleiter Klaus Lemitz, waren am Freitag sehr zufrieden und beendeten die Woche genauso beschwingt wie die Kinder und ihre Eltern.

MSW

In Lurup snackt man Platt

Die Schüler und Schülerinnen der Fridtjof-Nansen-Schule waren in den letzten Wochen im Plattdeutsch-Fieber. Sowohl im Swatten Weg als auch im Fahrenort durften Kinder unter der Anleitung der ehemaligen Polizistin Lilian Kielhorn Plattdeutsch lernen. Sprachbegabte Jungen und Mädchen, die sich für das Niederdeutsche interessierten, übten seit den Herbstferien plattdeutsche Redewendungen, Sketche und Texte.

Der Nansen-Klub, ein Kurs für leistungsstarke und begabte Kinder, nimmt bereits zum fünften Mal am Wettbewerb „Hamburger Jungs und Deerns leest Platt“ teil. Dabei treten Schüler:innen von der Klassenstufe 3 bis 13 jeweils innerhalb ihrer Altersstufe gegeneinander an. Sie lesen einen der vorgegebenen Texte und müssen diesen so lebendig und betont präsentieren, dass das Zuhören eine Freude ist.

Schon zwei Mal sind Schüler:innen der Fridtjof-Nansen-Schule ins Finale gekommen und durften im Ohnsorgtheater auftreten.

Am 19. Februar veranstaltete der Fahrenort eine Plattdeutsch-Matinee, an der alle Klassen der Vorlesenden sowie zahlreiche Eltern teilnahmen. Die Jury bestand aus dem „Schoolbaas“ Klaus Lemitz, Lilian Kielhorn, der Lehrerin Nicole Rathjen und Henner Heinsohn. Letzterer hatte vorher mit einigen Kindern zwei kleine plattdeutsche Sketche eingeübt, die zwischen den Texten für viel Heiterkeit sorgten.

Maren Schamp-Wiebe moderierte die Matinee und führte jeden plattdeutschen Text und Sketch kindgerecht und humorvoll ein. Trotzdem war es mitunter nicht leicht, den Texten über gebrochene Beine, Ufos aus dem Weltall, Freundschaftsbücher und tierischen Streit mit dem Herrgott zu folgen. Die kleinen und großen Zuschauer:innen waren jedoch die ganze Zeit über leise und aufmerksam und honorierten damit den Mut der Viertklässler, die ihre Texte souverän vortrugen.

Am Ende musste die Jury sich für zwei Kinder entscheiden, die besonders gut und betont gelesen und die plattdeutsche Sprache beherrscht hatten. Ihre Wahl fiel auf die Schülerinnen Luisa Strohmeier und Eslin Özdemir, die von ihren Klassen bejubelt wurden und sich zu Recht sehr freuten.

Am Standort Swatten Weg fand die standortinterne Ausscheidung bereits am 10. Februar statt. Mit tollen plattdeutschen Beiträgen begeisterten die Kinder das Publikum. Leyli Shami und Salih Erdogan konnten sich hier durchsetzen und werden den Standort Swatten Weg in der nächsten Runde vertreten.

Nun werden sich alle auf den Zwischenentscheid der Schulen in Hamburg-West vorbereiten. Dass dieser wahrscheinlich wieder in der Fridtjof-Nansen-Schule in Lurup ausgetragen werden wird, überrascht so manche Schule aus Finkenwerder und Blankenese, aber so ist es nun mal: In Lurup snackt man Platt!

MSW

Sternsinger gegen Kinderarbeit unterwegs

Trotz Eis und Schnee machten sich 33 Schüler und Schülerinnen der Fridtjof-Nansen-Schule am 6. und 7. Januar 2026 auf, um den königlichen Segen in die Klassenzimmer zu bringen und Freude im Stadtteil zu verbreiten. Wie seit vielen Jahren Tradition hatten die beiden Fachleiterinnen für Religion, Natalie Bade und Maren Schamp-Wiebe, die Sternsingeraktion in Kooperation mit der St. Jakobusgemeinde wieder organisiert.

Marianne Glamann hatte mit ihrem Team wieder alles großartig vorbereitet. Von ihrer Kirchengemeinde durfte die Schule sich wieder die wunderschönen Gewänder und Requisiten leihen. Ferdinand Garschin, Tanja Mielke, Ole Trepel und Frau Gotthardt unterstützten die Sternsingeraktion an beiden Standorten mit großem Engagement. Auch einige Eltern halfen tatkräftig mit beim Einkleiden und Üben sowie der Begleitung der Gruppen, wofür die Schule sehr dankbar ist.

Anfang Dezember durften die von ihren Klassenlehrerinnen ausgesuchten Kinder sich das erste Mal in Königsgewänder hüllen und die Verse und Lieder für die Auftritte 2026 üben. Vor allem aber wurde der Film mit Willi Weitzel angeschaut. Der beliebte Fernsehmoderator hatte im vergangenen Jahr einige Orte in Bangladesch besucht und zwei Kinder interviewt, die Tag für Tag von morgens bis abends in Fabriken arbeiten mussten. Weil ihre Eltern nicht arbeitsfähig waren, mussten beide die Schule verlassen, um für ihre Familie das Geld zu verdienen. Die Arbeitsbedingungen für den Jungen Kazim und das Mädchen Nour erschütterten die Jungen und Mädchen der Fridtjof-Nansen-Schule, weil diese 10 Stunden am Tag gefährliche Arbeit unter Angst und Druck und für einen Lohn von 1,50 Euro pro Tag verrichten mussten. „Das ist unfair!“, meinte eine Schülerin, „Die Kinder sollen nicht so hart arbeiten und auch mal Zeit zum Spielen haben.“

Die Sternsinger-Stiftung setzt genau dort an. Mit den Spendengeldern sollen Kinder in Bangladesch aus den Fabriken in die Schulen gebracht werden. Ihre Eltern werden finanziell unterstützt, damit ihre Söhne und Töchter am Unterricht teilnehmen dürfen. „Bildung“ ist schließlich eins der 10 Kinderrechte der UN.

Das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion „Sternsingen gegen Kinderarbeit: Schule statt Fabrik!“ berührte nicht nur die Aktiven, sondern auch alle Lehrkräfte und die besuchten Mitschüler*innen. Am 6. Januar wurden alle Klassen im Fahrenort und am 7. Januar alle im Swatten Weg besucht. Beim Eintritt staunten die Kinder über die prachtvolle Verkleidung, rochen den Weihrauch und hörten gespannt den Versen und Liedern der Sternsingergruppe zu. Eindruck machte auch der jeweilige Sternträger, der in jeder der acht Gruppen den großen Holzstern mit einem geschriebenen Kinderrecht vor sich her trug. Ein Sternsinger zeichnete den Segen 20*C+M+B+26 an die Tafel und erklärte dessen Bedeutung, bevor der Segen über die Eingangstür des Klassenraums geklebt wurde. Ein anderer Sternsinger erzählte anschließend die Lebensgeschichten von Nour und Kazim und bat anschließend um Spenden.

Eine Gruppe von Sternsingern besuchte außerdem mehrere Kitas im Stadtteil und erfreute dort Kindergartenkinder und Erzieher*innen. Auch die Schulleitung, das Sekretariat und im Swatten Weg das ganze Lehrer*innenzimmer wurden mit dem Segen beschenkt und um Spenden gebeten.

Insgesamt kamen über 950,00 Euro an Spenden für Kinderhilfsprojekte in Bangladesch zusammen. Über das viele Geld freuten sich die Sternsingerkinder sehr. Noch viel wertvoller ist jedoch die Erkenntnis, wie glücklich sie sich schätzen können, zur Schule gehen und nachmittags spielen zu dürfen. Selten waren Kinder so dankbar, ein Schulkind zu sein.

Maren Schamp-Wiebe

Laternenumzüge mit viel Wärme

Die Fridtjof-Nansen-Schule veranstaltete rund um den Martinstag drei Laternenumzüge. Sowohl im Swatten Weg als auch im Fahrenort und in der Schnackenburgallee zogen die Schüler und Schülerinnen fröhlich singend mit ihren Laternen durch die Straßen. Die Temperaturen waren untypisch für November und fühlten sich spätsommerlich an. Doch nicht nur deswegen wurde den Menschen bei allen drei Laternenfesten warm (ums Herz). Die Geschichte von St. Martin erwärmte alle Zuschauenden, als sie am 11.11.26 in aufwändigen historischen Kostümen von Lehrern und Lehrerinnen aufgeführt wurde. Als St. Martin seinen roten Mantel mit dem Schwert teilte und die eine Hälfte dem armen Bettler gab, hätte man in der vollen Jakobuskirche eine Stecknadel fallen hören. Davor und danach wurden Laternenlieder gesungen, begleitet vom Lehrerorchester, und Brötchen geteilt. Das Abschlusslied „Lichterkinder“ mit Rapeinlage berührte alle Anwesenden sehr und ließ sie beschwingt zurück in die Schule laufen.

Am 11.11. strömten dann nachmittags Hunderte von Eltern auf den Schulhof im Fahrenort, am Tag darauf in den Swatten Weg. Jede Klasse hatte einen Stand aufgebaut, an dem ein Spiel angeboten oder Essen und Trinken verkauft wurden. Der Elternrat verkaufte Punsch an und hatte am Abend keinen Tropfen mehr im Topf. Das Feuer der freiwilligen Feuerwehr Lurup brachte zusätzliche Hitze und faszinierte das Publikum.

Als es ganz dunkel geworden war, zogen Eltern und Kinder los. Durch die gesperrten Straßen liefen die Kinder mit ihren wunderschönen selbstgebastelten Laternen und sangen die im Musikunterricht erlernten Lieder. 700 Lichterkinder der Fridtjof-Nansen-Schule mit ihren Eltern und Kindern brachten Licht und Wärme in den Stadtteil.

MSW

Kinder-Thesen für eine bessere Gesellschaft

Dass Martin Luther am 31.10.1517 seine 95 Thesen an die Holztür der Kirche in Wittenberg gehämmert und damit eine gewaltige Reformation ausgelöst hatte, wusste so gut wie jedes Kind, das mit seiner Klasse am 07.11.25 den „Luthertag“ in der Emmausgemeinde besuchte.

Seit etlichen Jahren organisieren Fridtjof-Nansen-Schule und Emmauskirche im Kleiberweg den Reformationstag für alle vierten Klassen in Form eines Luthertages. In diesem Jahr fand die Veranstaltung aufgrund der Herbstferien erst am 7. November statt.

Erwartet und begrüßt wurden die Schüler und Schülerinnen der sieben Klassen, die nacheinander zu insgesamt drei Veranstaltungen kamen, von Verena Fitz, früher Pastorin der Emmauskirche, jetzt Fortbildnerin für Lehramtsstudierende im Fach Religion.

Sogleich wurde sie von Hanne (Natalie Bade), der Magd im Hause Luther, unterbrochen, die zu Tisch bat. Die Freunde und Weggefährten des berühmten Theologen und Reformators Martin Luther nahmen an der großen Tafel Platz: Philipp Melanchthon (Jochem Westhoff), Andreas Karlstadt und Katharina von Bora (Maren Schamp-Wiebe), seine Ehefrau.

Karlstadt und vier Studiosus wurden von Lehramtstudent*innen gespielt und machten das Theaterstück noch lebendiger. Das Bier wurde eingeschenkt und es sollte gerade gegessen werden, als Martin Luther (Verena Fitz) aufgeregt mit einem Hammer in der Hand in den Saal stürmte und von seiner ungeheuerlichen Tat erzählte: dem Anschlag der 95 Thesen, in denen er Gottesdienste auf Deutsch angemahnt, gegen den Ablasshandel gewettert und Gerechtigkeit für die Armen gefordert hatte.

Alle Kinder und auch die Lehrerinnen waren sofort „drin“ in der Geschichte und schauten gebannt zu. Als sie dann noch mittelalterlich gekleidet und mit einem Backstein (für das Schwere der Zeit) ausgestattet wurden, begann ihre Reise durch die Reformation.

In Gruppen zogen sie von Station zu Station und erlebten mit Hand und Herz, wie Kinder im Mittelalter gelebt hatten und warum die Reformation notwendig gewesen war.

In der Schreibstube übersetzten sie einen Bibelvers vom Hebräischen ins Deutsche und versuchten, diesen mit Feder und Tinte leserlich zu notieren. Im Keller lauschten sie der spannenden Geschichte vom Gewitter, in dem Martin Luther im Falle des Überlebens Gott geschworen hatte, ins Kloster zu gehen. In der Dunkelheit bei Kerzenschein dachten die Schüler und Schülerinnen über eigene Grenzerfahrungen und die Kraft des Gebets nach. An der dritten Station wartete schon Johann Tetzel (Anne Appel-Bielefeldt) und versuchte, sie zum Kauf eines Ablassbriefes zu überreden. Hanne jedoch zeigte ihnen auf, wofür sie ihre Taler eigentlich dringend benötigten (Holz, Essen, Trinken, Medizin, Schulgeld). Die Jungen und Mädchen wogen ab und entschieden sich dann für oder gegen den Kauf eines Ablassbriefes, der ihnen angeblich einen Platz im Himmel zusichern würde.

An der vierten Station schrieben alle Schülerinnen und Schüler eigene Thesen auf, die sie anschließend an die Holztür hämmerten und damit sichtbar machten. Welche Probleme gab und gibt es und was brauchen Kinder? „Jedes Kind soll Essen und Trinken haben und ein sicheres Zuhause!“ forderte das eine Kind. Ein anderes schrieb: „Kein Mensch kommt ins Fegefeuer. Gott hat jeden lieb!“. Und ein Schüler machte sich Gedanken über die Ungerechtigkeit in der Welt heute: „Es ist unfair, dass Menschen gezwungen werden, dass sie in den Krieg müssen, dass Kinder arbeiten müssen, und dass manche Kinder geschlagen werden!“.

Als die Zeitwächterin Barbara Peters zum letzten Mal die Glocke für den Stationswechsel läutete, versammelten sich alle Gruppen wieder im Gemeindesaal, wo Luther und seine Tischgesellschaft die Kinder empfingen. Gemeinsam wurde das Luther-Wappen gepuzzelt und erklärt, das Schwere im Leben in den Stein gedrückt und abgelegt, bevor die Kinder ihre Umhänge auszogen und zurück in die Neuzeit kehrten. Fröhlich verabschiedeten sich die Schüler und Schülerinnen, erfüllt von vielen Eindrücken und Impulsen, dem Wunsch nach einer besseren Welt und reformatorischen Gedanken.

Maren Schamp-Wiebe

Mit und für Trommelmusik gelaufen

Am 8. Oktober liefen 700 Schüler und Schülerinnen der Fridtjof-Nansen-Schule Runde um Runde im Grünzug zwischen ehemaligem Ententeich und Kleingartenverein. Der Sponsorenlauf war von der Fachleitung Sport organisiert worden und diente der Finanzierung der beiden Trommelapplauswochen im Frühjahr 2026. Dann kommt nämlich ein Team von Profis (Trommelapplaus) in die Schule und wird die gesamte Schulgemeinschaft ins Trommelfieber versetzen. Jeweils eine Woche lang werden alle Klassen im Swatten Weg und im Fahrenort vormittags trommeln und das Gemeinschaftsgefühl, die Gute-Laune-Musik und das Trommeln genießen. Das Projekt kostet viel Geld, deshalb wurden alle Kinder der FNS aufgefordert, Sponsoren zu finden, die ihnen für jede gelaufene Runde einen Beitrag zahlen würden. Mamas, Papas, Großeltern, Nachbarn, Freunde, Tanten und Onkels, aber auch Geschwister hatten vorher auf den Sponsorenverträgen unterschrieben und eine bestimmte Summe angegeben.

Am Mittwoch versammelten sich nicht nur alle Schüler und Schülerinnen am Start, sondern auch viele Eltern und Großeltern, die die Kinder kräftig anfeuerten. Mit Rasseln und Zurufen, aber auch mit Trommelschlägen motivierten sie die laufenden Jungen und Mädchen. Die gute Stimmung und der Jubel der Zuschauenden ließ so manches Kind über sich hinauswachsen. Die Vorschulkinder liefen die Runde um den Ententeich, die Erst- bis Viertklässler aber auch die große Runde von ca. 600 m Länge. Die meisten Läufer*innen schafften vier bis fünf Runden, es gab aber auch die ganz Schnellen mit neun oder zehn Runden. Am wichtigsten war aber nicht die Anzahl der gelaufenen Runden, sondern der Spaß am Sponsorenlauf und das schöne Gefühl, gemeinsam viel Geld für ein tolles Projekt gesammelt zu haben.

MSW