Besondere Einschulungsfeier in „Containerschule“

Am 1. September wurden knapp 90 ukrainische Kinder in den neuen Schulstandort der Fridtjof-Nansen-Schule in der Flüchtlingsunterkunft in der Schnackenburgallee eingeschult. Sonne und erwartungsvolle Kindergesichter strahlten um die Wette, als um 10 Uhr das kleine Programm mit Begrüßung des Abteilungsleiters Marco Gerritsen begann. Auf dem staubigen Fußboden zwischen großen Containern und neben der Security versammelten sich Eltern, Kinder und neugierige Menschen aus der Unterkunft. Auf einer kleinen Bühne aus Holzbänken hatten sich die Klassen 2 c und 3 f aufgestellt, um den geflüchteten Grundschülern und Grundschülerinnen schwungvoll das Lied „Alle Kinder lernen lesen“ vorzusingen und anschließend den Kanon „Bruder Jakob“ vorzutragen. Bei der ersten Strophe auf Deutsch erkannten viele der anwesenden Kinder und vor allem ihre im Hintergrund stehenden Eltern die Melodie des bekannten Volksliedes. Bei der englischen und französischen Strophe sangen einige Jungen und Mädchen schon leise mit. Die letzte Strophe war dann eine große Überraschung, weil die Fridtjof-Nansen-Kinder auf Urkrainisch sangen. Dank der Hilfe von Swetlana Honcharuk hatten Lehrerinnen und Zweit- und Drittklässler die Sprache der nun in der Schnackenburgallee lebenden Kinder gelernt. Bei der Wiederholung sang das ganze Publikum kräftig mit.

Nach der Vorstellung der zukünftigen Lehrer und Lehrerinnen erzählte Christine Ritter die Geschichte der Schultüte. Da die Tradition der „Zuckertüte“ den Ukrainern nicht bekannt ist, wurde sie ebenfalls von Frau Honcharuk in deren Landessprache erklärt. Trotz technischer Probleme kam die hauptsächliche Botschaft an, als die 90 kleinen Schultüten nach vorn gebracht wurden. Diese hatten die Lehrerinnen und Lehrer der 2 c und 3 f mit Hilfe von Müttern liebevoll verziert, geklebt und befüllt.

Jedem Jungen und jedem Mädchen wurde persönlich eine Schultüte überreicht. Erst dann zogen die kleinen Schulklassen mit 10 – 11 Kindern mit ihren Lehrkräften in ihre neuen Klassenräume in den Containern. Entgegen aller Erwartungen wirken die Räume hell und freundlich. Willkommensbilder und gespendete Schulmaterialien, die nach Aufruf des Elternrates im Frühjahr in der Fridtjof-Nansen-Schule gesammelt worden waren, erleichterten den urkrainischen Schulkindern das Ankommen.

Für die meisten Jungen und Mädchen war es die zweite Einschulung, da sie in der Ukraine schon in der Klasse 1, 2, 3 oder 4 gewesen waren. Die Terminierung auf den 1. September fiel mit dem offiziellen Schulbeginn in der Ukraine zusammen. Diese Einschulungsfeier war vollkommen anders als ihre erste, auf jeden Fall aber eine fröhliche Veranstaltung und der Start in eine hoffentlich schöne und erfolgreiche Schulzeit in Deutschland.

MSW

Schulanfang durch Segensfeier vergoldet

Eine Segensfeier mit goldenen Elementen berührte die Erstklässler und Erstklässlerinnen der Fridtjof-Nansen-Schule am 30. August in der Aula im Swatten Weg. Genau eine Woche nach ihrer Einschulung waren die 150 ABC-Schützen mit ihren Klassenlehrerinnen der Einladung zu einer erstmalig stattfindenden Veranstaltung gefolgt. Die Vorbereitung und Durchführung der Segensfeier lag in Händen der Pastorin der Emmausgemeinde, Verena Fitz, der Abteilungsleiterin Gabriele Sauer und der Fachleiterin für Religion, Maren Schamp-Wiebe. Gemeinsam mit Vertretern verschiedener Religionen und Weltanschauungen sollte den Kindern zum Schulstart Segen und Mut zugesprochen werden.

Anfangs saßen alle Jungen und Mädchen erwartungsvoll auf dem Parkett und lauschten den einleitenden Worten von Gabi Sauer. Sie erinnerte die Kinder an ihre Schultüte und die kleinen Geschenke, die sie eine Woche zuvor erhalten hatten. Dann kündigte sie Gäste an, die ebenfalls Geschenke mitgebracht hätten, allerdings welche, die man weder sehen noch anfassen könnte.

Neugierig folgten die Kinder der Vorstellung der Mitwirkenden aus dem Stadtteil. Von der katholischen St. Jakobuskirche stellte sich Jennifer Pöhlsen als aktives Gemeindeglied vor, von der evangelischen Emmausgemeinde Pastorin Verena Fitz. Beide kündigten als Geschenk „Gottes Segen“ an. Neben der muslimischen Lehrerin Funda Shaban begrüßte Orhan Demirsay von der Moschee in der Elbgaustraße die Kinder und formulierte den Wunsch, dass sie Allahs Frieden allseits spüren sollten. Abschließend stellten Lehrer Fabian Felske und der ehemalige Schulleiter, Klaus Lemitz sen., sich vor und wünschten allen neuen Schulkindern Mut und Freude am Lernen.

Für Staunen und Aufregung sorgte das große goldene Chiffontuch, welches die Erwachsenen wie ein Himmelszelt über den Köpfen der Kinder entlang gleiten ließen. Das dazu gesungene Lied mit dem schönen Refrain „Ich hüll dich golden ein“ unterstrich die symbolische Handlung und ließ die Kinder zusammenrücken und die wertvolle Geborgenheit unter dem schützenden Dach spüren.

Das Herzstück der Segensfeier waren die persönlichen Segens- und Mutsprüche. Alle Mitwirkenden gingen von Kind zu Kind und sprachen ihm oder ihr einen Wunsch zu. Manche Kinder mochten dabei an die Hand gefasst werden, andere schauten ihr Gegenüber nur konzentriert an, wieder andere riss es zu einer spontanen Umarmung, weil sie sich so freuten über die wohltuende Geste.

Zum Abschluss durften alle Kinder und begleitenden Erwachsenen unter dem goldenen Dach nach draußen schreiten. Das eine oder andere Kind summte oder sang dabei das Lied: Ich hüll dich golden ein, von Gott sollst du gesegnet sein/Allahs Friede soll bei dir sein/ um dich sollen immer liebe Menschen sein. Von Herzen freu ich mich. Ich freu mich über dich“. 

Viele Herzen wurden bei dieser Segensfeier berührt und Segen und gute Wünsche mögen den Erstklässlern und Erstklässlerinnen noch lange in Erinnerung bleiben.

Maren Schamp-Wiebe

 

Standort Fahrenort (neue Turnhalle)
Di. 23.08.  09:00 Uhr Klasse 1c
Di. 23.08.  10:15 Uhr Klasse 1e und 1f
Di. 23.08.  11:30 Uhr  Klasse 1d und 1g

Mi.   24.08.  08:30 Uhr VSK c und VSK d

Standort Swatten Weg (Aula)
Di. 23.08. 08:15 Uhr Klasse 1a und 1b

Mi.  24.08. 09:30 Uhr 1. Vorschulklasse VSK a und VSK b

Eis essen und Sonnenschein, so soll´s immer sein…

Viele lachende Kinder mit eisverschmierten Mündern waren am vorletzten Schultag in der Fridtjof-Nansen-Schule auf dem ganzen Schulhof anzutreffen. Wie schon in den Vorjahren erklang kurz nach 11.00 Uhr das ersehnte Bimmeln des Eiswagens „Livotto“, der auf dem Lehrerparkplatz Station machte. Nach einem vorher vereinbarten Plan stellten sich alle 19 Klassen des Standorts Fahrenort nacheinander auf, um sich die begehrte Erfrischung zu holen. Zum Glück hatten alle vorher im Klassenrat besprochen, welche Sorten zur Auswahl standen, so dass jedes Kind, wenn es dran war, sofort seine Eissorte sagen konnte.

Der Renner war natürlich „Bubble gum“, aber auch Klassiker wie Schokolade oder Vanille gingen reichlich über die Eistheke. Lehrerin Ulrike Ritter, die das Eisvergnügen für die ganze Schule organisiert hatte, war sehr zufrieden und stolz, dass alle 400 Eiskugeln innerhalb einer Stunde auf Waffeln portioniert werden konnten.

Das beliebte Lied „Ich lieb den Frühling“, wurde von einigen Kindern fröhlich geschmettert und die Strophe zum Sommer wurde Wirklichkeit: „Ich lieb´den Sommer, ich lieb´den Sand, das Meer, Sandburgen bauen und keinen Regen mehr, Eis essen, Sonnenschein, so soll´s immer sein!“

MSW

Lesefest unter Leuchtturm macht Lust aufs Lesen

Ein Lesefest der besonderen Art erlebten vier geladene Grundschulklassen aus Hamburg am Freitag, den 24. Juni, am Elbstrand unterhalb des Hirschparks. Die zwei Klassen 1 c und 2 f der Fridtjof-Nansen-Schule durften an der Veranstaltung des Büchertürmewettbewerbs teilnehmen. Ihre Schule war erst im April zur Leuchtturmschule der Büchertürme gekürt worden und machte ihrem neuen Titel im Monat Mai auch schon gleich Ehre: Die Klasse 1 c gewann mit ihrer Deutschlehrerin Christine Ritter den begehrten Monatspreis, hatte also den höchsten Turm als Klasse gelesen. Dahinter steckt die Idee, alle gelesenen oder zu Hause vorgelesenen Bücher gedanklich übereinander zu stapeln und ihre Buchrücken zu messen.

Alle am Büchertürmewettbewerb teilnehmenden Klassen reichen einmal im Monat ihre Messwerte ein, die dann wiederum addiert und als Gesamtwert verkündet werden. Trotz Corona hatten die Kinder im vergangenen Jahr die 148 Meter des Kirchturms von St. Nikolai gelesen und damit das von Autorin und Initiatorin Ursel Scheffler ausgerufene Ziel erreicht. Die besten Klassen wurden zum Abschlussfest eingeladen und mit Preisen belohnt.

Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich die Jungen und Mädchen nach einer Wanderung durch den schönen Hirschpark unten auf der Wiese am Elbstrand, um ein spannendes Programm zu genießen. Es gab lobende Worte für die Leseleistungen der prämierten Klassen, kurzweilige Lesungen der Elb-Autorinnen Marie-Theres Schins und Karin Baron sowie einen Satz Büchertürme-T-Shirts für die beiden Gewinnerklassen der Fridtfof-Nansen-Schule. Als besonderen Clou hatte Ursel Scheffler eine Kurzgeschichte über den Zauberer Zwirbel erfunden, der seinen Zauberstab verloren hatte und aufgrund von Lieferengpässen keinen neuen besorgen konnte. Alle Kinder waren vorher gebeten worden, Zaubersprüche zu kreieren und diese auf kleine Zettel samt Namen und Klassenzugehörigkeit zu notieren. Diese Zaubersprüche wurden vom ehemaligen Stadtteilpolizisten Lurups, Peter Steinert, eingesammelt und in eine Lostrommel geworfen. Er hatte sich entsprechend verkleidet und zog mit Hokuspokus den Namen der stolzen Gewinnerin. Liya aus der Klasse 2 f durfte nach vorn kommen und unter dem Applaus der Zuschauenden einen selbstfertigten Zauberstab in Empfang nehmen. Ihre Lehrerinnen Ulrike Ritte und Anke Kelpe strahlten mit der glücklichen Gewinnerin um die Wette.

Zum Abschluss des heiteren Lesefestes verriet Ursel Scheffler den lesehungrigen Kindern noch das neue Ziel: Gemeinsam soll nun der Leuchtturm am Yachthafen Mühlenberg erlesen werden. Das ziemlich neue Bauwerk ist der vierthöchste Leuchtturm Deutschlands und misst in Höhe des Oberfeuers 62,25 m. Wie lange die Schüler und Schülerinnen wohl brauchen werden, um einen Bücherturm in dieser Höhe zu lesen?

Symbolisch wurde zum Schluss die Schirmherrschaft an die leider nicht anwesende Kulturstaatsrätin Jana Schiedek verliehen. Diese wünscht natürlich allen Kindern viel Freude am Lesen, insbesondere in der vor ihnen liegenden Ferienzeit. Das eigens für den Büchertürmewettbewerb umgedichtete Lied zur Melodie von „Auf die schwäbsche Eisenbahne“ wurde von allen Kindern lauthals mitgesungen und drückte aus, welch wunderbare Zauberkraft jedes Buch entfalten kann:

Bücherdeckel sind wie Türen,

die in Abenteuer führen:

Du kannst Büchertürme bauen

Und in fremde Welten schauen!“

MSW

Lesical verzaubert Kinder

 

Ein Lesical – was ist denn das? Kinder und Eltern stellten sich genau diese Frage, als die Lehrerinnen Natalie Bade und Christine Ritter von ihrer Zusage für zwei Schul-Vorstellungen berichteten. Beide hatten sich im Dezember 2021 für eine musikalische Lesung mit Christian Berg beworben und den Zuschlag erhalten. Der Verein „Hamburger Abendblatt hilft“ hatte Grundschülern und – schülerinnen eine tolle Veranstaltung mit und vom bekannten Autor und Schauspieler Christian Berg verschenken wollen, um sie für die vielen Entbehrungen in der Corona-Zeit ein wenig zu entschädigen.

Ein Lesical ist viel mehr als eine Lesung, nämlich eine Performance mit viel Musik und Mitmachelementen. Da Christian Berg im Januar überraschend verstarb, engagierte der Verein zwei seiner langjährigen Wegbegleiter*innen, Torben Padanyi und Alexandra Kurzeja, die sein Buch derzeit professionell und würdig im künstlerischen Sinne Christian Bergs präsentieren.

Am 1. Juni war es so weit. Die Klassen 1 c, 1 f, 2 e und 2 f liefen durch den strömenden Regen in den Standort Swatten Weg, die Klassen 1 a, 1b, 2a und 2 b kamen trockenen Fußes in die Aula. Auf der Bühne erwarteten sie die beiden Performer, die mittels Stimme und Mimik, vor allem aber durch „Rumpelröschen“, einer menschgroßen Handpuppe, die Jungen und Mädchen sofort in ihren Bann zogen.

Erzählt wurde den Kindern im Lesical das Märchen von einem Fee (ja, er ist männlich!), der nicht leise und sanft, sondern laut und mutig durchs Märchenreich zieht und so manches Abenteuer besteht. Der Handpuppen-Junge „Rumpelröschen“ eroberte die Herzen der Kinder im Sturm und ließ sie so manches Mal laut lachen und mitsingen. Auch ohne Zauberkräfte beweist er Mut und Witz, wenn er Aschenputtel, Pincchio oder dem pummeligen Einhorn begegnet. Ganz zum Schluss landet er bei Hänsel und Gretel, wo er zeigt, dass ein gutes Herz Großes bewegen kann.

Der Fee war es wohl nicht, doch viele Kinder wurden bei diesem musikalischen Lesespektakel von Christian Bergs Geschichte und den beiden überzeugenden Darstellern verzaubert. Ein Lesical – macht Spaß!
MSW

Straßenkonzert für Sabine Tengeler

 

Die Chorkinder der Fridtjof-Nansen-Schule strahlten mit der Sonne um die Wette, als sie vor dem Schulgebäude am 18. Mai ein kleines Konzert gaben. Voller Schwung und Lebensfreude stimmten die Dritt-und Viertklässler unter der Leitung von Regina Scharff und Gabi Sauer drei Lieder an und sorgten damit für gute Laune bei allen Zuhörenden. Das erlesene Publikum bestand aus Sabine Tengeler und ihren Begleitern und Begleiterinnen, die an diesem Vormittag zu ihren Ehren eine Radtour durch den ganzen Stadtteil machten und alle Institutionen, für die Sabine Tengeler sich in ihrer Arbeit als Geschäftsführerin engagiert hatte, aufsuchten.
Da sie in diesem Mai in den Ruhestand geht (auch wenn sie sich weiter vielfältig für den Stadtteil einsetzen wird), wollte auch die Fridtjof-Nansen-Schule ihren Dank für die gute Zusammenarbeit und die zahlreichen Projekte ausdrücken. Besonders der Chor verbindet eine lange Tradition mit Tengeler, sang er doch auf jedem Stadtteilfest und trat bei mehreren Veranstaltungen im Stadtteilhaus auf.
Schulleiter Klaus Lemitz und Lehrerin Sabine Hinrichs überreichten Blumen und leckere Kostbarkeiten an Sabine Tengeler, nachdem die Chorkinder mit bunten Tüchern gewinkt und den Klassiker „In Hamburg sagt man Tschüß“ gesungen und für Rührung gesorgt hatten.

Mathe-Sieger geehrt

 

Am 6. Mai versammelten sich alle dritten und vierten Klassen der Fridtjof-Nansen-Schule in der Aula im Fahrenort, um die Ergebnisse des mathematischen Känguru-Wettbewerbes zu erfahren. Dieser Wettbewerb findet einmal jährlich am dritten Donnerstag im März ab Klasse 3 statt und wird seit vielen Jahren an der FNS organisiert. Über 670 000 Kinder nahmen deutschlandweit am Känguru-Wettbewerb 2022 teil – insgesamt 49 Jungen und Mädchen der Jahrgänge 3 + 4 der Fridtjof-Nansen-Schule waren in diesem Jahr dabei. Sie stellten sich den insgesamt 24 Aufgaben, die sie in 75 Minuten anhand von Multiple-Choice-Antworten lösen mussten.

Christine Ritter, Fachleiterin für Mathematik, lobte zunächst alle teilnehmenden Kinder und überreichte ihnen eine Urkunde und einen Würfelschlange als Anerkennung. Da sie nicht alle Namen genannt hatte, wurde es spannend. Einige Schüler und Schülerinnen hatten mehr als 60 Punkte erreicht und wurden deshalb mit einem besonders großen Applaus belohnt.

Zum Schluss wurden die Jungen und Mädchen auf die Bühne gebeten, deren Punktzahl zu einem dritten oder sogar einem zweiten Platz gereicht hatte: Jayden , Linus  und Nis  erreichten einen dritten Platz, Amaro und Paula  einen zweiten. Jede/r von ihnen erhielt als Anerkennung ein mathematisches Spiel, mit dem sie ihre Leidenschaft für Mathematik weiter ausleben können. Zum Schluss hielten alle noch einmal die Luft an, als Christine Ritter von dem Schüler sprach, der die meisten Aufgaben (16) hintereinander richtig gerechnet hatte. Der beste Känguruspringer der FNS heißt Amaro. Er erhielt das begehrte „Kängeru-Shirt“ und einen verdienten Applaus der Schulgemeinschaft. Das eine oder andere Kind beschloss anschließend, im nächsten Jahr ebenfalls am Känguru-Wettbewerb teilzunehmen.   MSW  

Fröhliche Ramadanfeier

 

Am 4. Mai feierten 650 Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen ein fröhliches Fest in der Aula der Fridtjof-Nansen-Schule im Swatten Weg. Erstmals fand ein kleines „Ramadanfest“ statt, das Kindern und Erwachsenen die Besonderheiten des muslimischen Fastenmonats Ramadan und den Zauber des Zuckerfestes nahebringen wollte. Natalie Bade und Maren Schamp-Wiebe, Fachleiterinnen für Religion, hatten zusammen mit der islamischen Gemeinde Eidelstedt sowie mehreren muslimischen Kindern ein buntes Programm zusammengestellt, das zwei Mal hintereinander für jeweils 13 Klassen veranstaltet wurde.

Nach der Begrüßung erklärte Bülent Senges den Anwesenden, wie viele Muslime die zurückliegenden vier Wochen verbracht hatten, berichtete von Gebetszeiten, dem abendlichen Fastenbrechen und muslimischen Traditionen. Der gesungene Gebetsruf von Hoca Mehmet Ünver klang für die meisten erst einmal fremd, hörten sie doch zum ersten Mal den eindringlichen Gesang, der mehrmals täglich zum Gebet aufruft. Alle Kinder waren dabei sehr still und hörten ehrfürchtig zu.

Im Anschluss daran interviewte Maren Schamp-Wiebe Solin, Sarah, Anis, Adem und Abul. Diese Mädchen und Jungen erzählten vom Zuckerfest, das sie erst zwei Tage zuvor mit ihrer Familie gefeiert hatten, von den Geldgeschenken, dem Wiedersehen mit lieben Verwandten, der guten Stimmung, dem leckeren Essen, von Tanz und Musik. Dafür, dass drei Kinder von ihnen ihre schicke, zum Teil auch traditionelle Kleidung, vorführten, gab es einen extra großen Applaus.

Die Lehrerin Funda Capan erinnerte sich an die aufregenden Zuckerfeste ihrer Kindheit und erklärte, dass es mittlerweile neue Traditionen gäbe, wie zum Beispiel den Ramadankalender für Kinder. Dieser – in Anlehnung an den christlichen Adventskalender zu Weihnachten – soll den Kindern das Warten ebenso verkürzen oder versüßen, nur hat er 30 statt 24 Türchen (so viele Tage hat der neunte Monat Ramadan).

Nachdem zwei Mädchen den Stirnkuss vorgeführt hatten, den muslimische Kinder den Älteren gegenüber als Zeichen des Respekts zelebrieren, spielten Liya und Melisa ein kleines Theaterstück vor: „Aisha und der verschwundene Iftar“. Dabei kochten Oma und Enkelin für das allabendliche Iftar (Essen beim Fastenbrechen) die leckersten Sachen, aber auch Reis und Suppe. Nachdem sie nachmittags den Kindern im Waisenhaus einige Töpfe mit Essen gebracht hatten, setzten sie sich selbst zum Iftar. Aisha stellte erschrocken fest, dass Oma die Töpfe verwechselt hatte. Auf ihrem Tisch standen nämlich nur noch die einfachen Gerichte. Die Großmutter und auch Herr Senger klärten dann auf, dass Muslime gerade im Fastenmonat auch an die Armen denken und ihnen am besten das geben sollen, was sie am liebsten selbst behalten wollten.

Als drei mutige Mädchen den Tanz „Haley“, aufführten, wiegten und klatschten viele Kinder fröhlich mit. Dieser traditionelle Volkstanz war sehr vielen Schülern und Schülerinnen bekannt und darf – als Nationaltanz der Türkei – auf keinem Fest fehlen.

Im Volksmund wird das dreitägige Bayram auch „Zuckerfest“ genannt, weil die Kinder an diesen Tagen so viele Süßigkeiten geschenkt bekommen. Dazu passend bekamen alle Kinder am Ausgang noch einen Bonbon oder ein Zuckerstück geschenkt. So blieb bei vielen Kindern eine „süße“ Erinnerung an eine schöne und lehrreiche Ramadanfeier.

Eine Viertklässlerin meinte im Anschluss: „Das Ramadanfest hat mir richtig gut gefallen. Ich verstehe jetzt, warum meine Mitschüler die Zeit so aufregend finden. Das ist wie bei uns Weihnachten!“.

Ein anderes Mädchen ergänzte: „Mir hat am besten das Theaterstück gefallen, weil die Oma und Aisha Essen zum Waisenhaus gebracht haben!

Nur eins fand ich doof: Dass unsere Mitschülerin im Rollstuhl die Treppen hochgetragen werden musste. Es wäre besser, wenn es da einen Fahrstuhl geben würde!“
Diese Schülerin war vom Schulleiter und ihrem Lehrer die lange Treppe hoch getragen worden, weil die Aula der Fridtjof-Nansen-Schule im Swatten Weg trotz mehrerer Anträge und Bitten noch immer nicht barrierefrei ist. Der Einsatz der beiden Männer lohnte sich genauso wie der des Vorbereitungskomitees. Auf jeden Fall soll es auch 2023 eine Ramadanfeier in der Schule geben.  Text: M. Schamp-Wiebe   Fotos: M. Büttner

Lesetag und Leuchtturmfeier voller Erfolg

 

Am 26. April veranstaltete die Fridtjof-Nansen-Schule nach zwei Jahren Corona-Pause endlich wieder den beliebten Vorlesetag. In beiden Standorten lasen 26 Menschen aus dem Stadtteil, der Politik, aus den Kirchen, dem Spielhaus, von Lufisch, Polizisten und ehemalige Kolleginnen und Kollegen aus ihren Lieblingsbüchern vor. Da auch viele Lehrerinnen und Lehrer ein Vorleseangebot machten, konnten die Kinder in kleinen Gruppen und gemütlicher Atmosphäre den spannenden, lustigen oder interessanten Geschichten lauschen.
Von 8.30 – 9.15 Uhr wurden im Fahrenort und von 10.30 – 11.15 Uhr im Swatten Weg alle Räumlichkeiten, die die Schulstandorte zu bieten haben, genutzt: So gab es Vorlesegruppen im Bauwagen oder der Bücherei, auf Matratzen in der Sporthalle oder im Sinusraum, auf dem Teppich im Hort oder zwischen Instrumenten im Keyboardraum: Überall saßen Vorleser und Vorleserinnen, die die angemeldeten Kinder mit auf eine Fantasiereise nahmen und ihnen die Liebe zu Büchern vermittelten. Da einigen Kindern, besonders den jüngeren Schülerinnen und Schülern das lange Zuhören schwer fiel, wurde zwischendurch Raum gegeben für Fragen und eigene Erzählungen oder einfach gemalt. Die Rückmeldungen der Kinder waren sehr positiv. Die gemischten Gruppen, die eigene Wunschwahl des Buches, das persönliche Gespräch und die tollen Geschichten begeisterten die Schülerinnen und Schüler.
Das Repertoire der vorgelesenen Bücher war sehr groß: Es wurden sowohl Klassiker wie „Pippi Langstrumpf“ oder „Räuber Hotzenplotz“ als auch Bilderbücher mit ernsten Themen wie „Leb wohl, kleiner Dachs“ oder polnische Gedichte und sogar das selbstgeschriebene Buch „Der Stockmacher“ vorgelesen.
Die beiden Fachleiterinnen für Deutsch, Sabine Hinrichs und Kirsten Barth, zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ablauf des Vorlesetags und bedankten sich, genau wie Schulleiter Klaus Lemitz, insbesondere für die große Beteiligung aus dem Stadtteil.

 

 

Zwischen beiden Vorlesezeiten hatte Maren Schamp-Wiebe noch eine Veranstaltung für die 400 Kinder im Fahrenort organisiert. Auf dem Sportplatz versammelten sich nach der ersten Lesezeit alle Klassen, das Kollegium und die externen Vorleser und Vorleserinnen. Grund war die Verleihung des Leuchtturms durch Ursel Scheffler, Kinderbuchautorin und Initiatorin des Büchertürmewettbewerbs, an die Lehrerinnen Christine und Ulrike Ritter, die seit zehn Jahren mit ihren wechselnden Klassen am Lesewettbewerb teilnehmen. Monat für Monat bitten sie die Kinder in ihren Klassen die gelesenen Bücher aufzuschreiben und die Höhe des Buchdeckels anzugeben. Da in den Jahrgängen 1 und 2 auch vorgelesene Bücher zählen, konnten beide Lehrerinnen jeweils zwischen einem und sieben gelesenen Metern einreichen! Damit gewannen sie zahlreiche Preise und tolle Aktionen. Ein ehemaliger Schüler, der aktuell als Schulbegleiter zur Schulgemeinschaft gehört, war bei der feierlichen Übergabe des Leuchtturms anwesend und durfte das Geschenk mit Leuchtkraft für weitere Klassen der Schule in Empfang nehmen.
Ulrike Funk, Koordinatorin der Büchertürme, überreichte anschließend noch zwei Kindern der Klasse 2 f einen ganz besonderen Preis: Luisa Marcarini und Max Hanemann hatten beim Schreibwettbewerb mit ihren originellen Hamburgmärchen einen 1. Platz errungen und erhielten jeweils 100 Euro für die Klassenkasse.
Der Chor aus Dritt- und Viertklässlern unter der Leitung von Regina Scharff und Gabriele Sauer trug nicht nur den Schulsong, sondern auch das mitreißende Lied „Bunt, stark, neugierig“ sowie das passende Stück „Lesen heißt auf Wolken liegen…“ vor und bekam großen Applaus. Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg, die ebenfalls ein Buch vorgelesen hatte, nahm in ihrem Grußwort Bezug auf die Liedauswahl des Chores und bekräftigte aus eigenen Erfahrungen die wunderbare Wirkung des Lesens. Allen Anwesenden gab sie zum Schluss den weisen Satz Voltaires mit auf den Weg: „Lesen stärkt die Seele“.  MSW