Besondere Einschulungsfeier in „Containerschule“

Am 1. September wurden knapp 90 ukrainische Kinder in den neuen Schulstandort der Fridtjof-Nansen-Schule in der Flüchtlingsunterkunft in der Schnackenburgallee eingeschult. Sonne und erwartungsvolle Kindergesichter strahlten um die Wette, als um 10 Uhr das kleine Programm mit Begrüßung des Abteilungsleiters Marco Gerritsen begann. Auf dem staubigen Fußboden zwischen großen Containern und neben der Security versammelten sich Eltern, Kinder und neugierige Menschen aus der Unterkunft. Auf einer kleinen Bühne aus Holzbänken hatten sich die Klassen 2 c und 3 f aufgestellt, um den geflüchteten Grundschülern und Grundschülerinnen schwungvoll das Lied „Alle Kinder lernen lesen“ vorzusingen und anschließend den Kanon „Bruder Jakob“ vorzutragen. Bei der ersten Strophe auf Deutsch erkannten viele der anwesenden Kinder und vor allem ihre im Hintergrund stehenden Eltern die Melodie des bekannten Volksliedes. Bei der englischen und französischen Strophe sangen einige Jungen und Mädchen schon leise mit. Die letzte Strophe war dann eine große Überraschung, weil die Fridtjof-Nansen-Kinder auf Urkrainisch sangen. Dank der Hilfe von Swetlana Honcharuk hatten Lehrerinnen und Zweit- und Drittklässler die Sprache der nun in der Schnackenburgallee lebenden Kinder gelernt. Bei der Wiederholung sang das ganze Publikum kräftig mit.

Nach der Vorstellung der zukünftigen Lehrer und Lehrerinnen erzählte Christine Ritter die Geschichte der Schultüte. Da die Tradition der „Zuckertüte“ den Ukrainern nicht bekannt ist, wurde sie ebenfalls von Frau Honcharuk in deren Landessprache erklärt. Trotz technischer Probleme kam die hauptsächliche Botschaft an, als die 90 kleinen Schultüten nach vorn gebracht wurden. Diese hatten die Lehrerinnen und Lehrer der 2 c und 3 f mit Hilfe von Müttern liebevoll verziert, geklebt und befüllt.

Jedem Jungen und jedem Mädchen wurde persönlich eine Schultüte überreicht. Erst dann zogen die kleinen Schulklassen mit 10 – 11 Kindern mit ihren Lehrkräften in ihre neuen Klassenräume in den Containern. Entgegen aller Erwartungen wirken die Räume hell und freundlich. Willkommensbilder und gespendete Schulmaterialien, die nach Aufruf des Elternrates im Frühjahr in der Fridtjof-Nansen-Schule gesammelt worden waren, erleichterten den urkrainischen Schulkindern das Ankommen.

Für die meisten Jungen und Mädchen war es die zweite Einschulung, da sie in der Ukraine schon in der Klasse 1, 2, 3 oder 4 gewesen waren. Die Terminierung auf den 1. September fiel mit dem offiziellen Schulbeginn in der Ukraine zusammen. Diese Einschulungsfeier war vollkommen anders als ihre erste, auf jeden Fall aber eine fröhliche Veranstaltung und der Start in eine hoffentlich schöne und erfolgreiche Schulzeit in Deutschland.

MSW

Schulanfang durch Segensfeier vergoldet

Eine Segensfeier mit goldenen Elementen berührte die Erstklässler und Erstklässlerinnen der Fridtjof-Nansen-Schule am 30. August in der Aula im Swatten Weg. Genau eine Woche nach ihrer Einschulung waren die 150 ABC-Schützen mit ihren Klassenlehrerinnen der Einladung zu einer erstmalig stattfindenden Veranstaltung gefolgt. Die Vorbereitung und Durchführung der Segensfeier lag in Händen der Pastorin der Emmausgemeinde, Verena Fitz, der Abteilungsleiterin Gabriele Sauer und der Fachleiterin für Religion, Maren Schamp-Wiebe. Gemeinsam mit Vertretern verschiedener Religionen und Weltanschauungen sollte den Kindern zum Schulstart Segen und Mut zugesprochen werden.

Anfangs saßen alle Jungen und Mädchen erwartungsvoll auf dem Parkett und lauschten den einleitenden Worten von Gabi Sauer. Sie erinnerte die Kinder an ihre Schultüte und die kleinen Geschenke, die sie eine Woche zuvor erhalten hatten. Dann kündigte sie Gäste an, die ebenfalls Geschenke mitgebracht hätten, allerdings welche, die man weder sehen noch anfassen könnte.

Neugierig folgten die Kinder der Vorstellung der Mitwirkenden aus dem Stadtteil. Von der katholischen St. Jakobuskirche stellte sich Jennifer Pöhlsen als aktives Gemeindeglied vor, von der evangelischen Emmausgemeinde Pastorin Verena Fitz. Beide kündigten als Geschenk „Gottes Segen“ an. Neben der muslimischen Lehrerin Funda Shaban begrüßte Orhan Demirsay von der Moschee in der Elbgaustraße die Kinder und formulierte den Wunsch, dass sie Allahs Frieden allseits spüren sollten. Abschließend stellten Lehrer Fabian Felske und der ehemalige Schulleiter, Klaus Lemitz sen., sich vor und wünschten allen neuen Schulkindern Mut und Freude am Lernen.

Für Staunen und Aufregung sorgte das große goldene Chiffontuch, welches die Erwachsenen wie ein Himmelszelt über den Köpfen der Kinder entlang gleiten ließen. Das dazu gesungene Lied mit dem schönen Refrain „Ich hüll dich golden ein“ unterstrich die symbolische Handlung und ließ die Kinder zusammenrücken und die wertvolle Geborgenheit unter dem schützenden Dach spüren.

Das Herzstück der Segensfeier waren die persönlichen Segens- und Mutsprüche. Alle Mitwirkenden gingen von Kind zu Kind und sprachen ihm oder ihr einen Wunsch zu. Manche Kinder mochten dabei an die Hand gefasst werden, andere schauten ihr Gegenüber nur konzentriert an, wieder andere riss es zu einer spontanen Umarmung, weil sie sich so freuten über die wohltuende Geste.

Zum Abschluss durften alle Kinder und begleitenden Erwachsenen unter dem goldenen Dach nach draußen schreiten. Das eine oder andere Kind summte oder sang dabei das Lied: Ich hüll dich golden ein, von Gott sollst du gesegnet sein/Allahs Friede soll bei dir sein/ um dich sollen immer liebe Menschen sein. Von Herzen freu ich mich. Ich freu mich über dich“. 

Viele Herzen wurden bei dieser Segensfeier berührt und Segen und gute Wünsche mögen den Erstklässlern und Erstklässlerinnen noch lange in Erinnerung bleiben.

Maren Schamp-Wiebe

 

Standort Fahrenort (neue Turnhalle)
Di. 23.08.  09:00 Uhr Klasse 1c
Di. 23.08.  10:15 Uhr Klasse 1e und 1f
Di. 23.08.  11:30 Uhr  Klasse 1d und 1g

Mi.   24.08.  08:30 Uhr VSK c und VSK d

Standort Swatten Weg (Aula)
Di. 23.08. 08:15 Uhr Klasse 1a und 1b

Mi.  24.08. 09:30 Uhr 1. Vorschulklasse VSK a und VSK b

Schülerzeitung für Entdecker

Unsere Schule trägt mit Fridtjof Nansen den Namen eines berühmten Entdeckers. Doch welche weiteren bekannten Forscher:innen und Entdecker:innen gab und gibt es? Wer noch hat die Menschheit um bahnbrechende Erfindungen und Entdeckungen bereichert? Diesen Fragen widmete sich im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2021/22 ein neunköpfiges Schülerteam am Swatten Weg im Rahmen einer AG. Herausgekommen ist die Website „Nansens Spürnasen – Schülerzeitung für Entdecker“, auf der verschieden Pioniere und Forscher:innen vorgestellt werden, etwa Roald Amundsen, Christoph Kolumbus, Wilhelm Conrad Röntgen, Charles Darwin, Walt Disney, Alexander von Humboldt, Otto Lilienthal, Marie Curie sowie Edmund Hillary und Tenzing Norgay. Unterstützt wird das „Koole Kids“-Projekt von der Philip Breuel Stiftung.

Hier der Link zu der Website: https://nansensspuernasen.wordpress.com

Fridtjof-Nansen-Schule – hier spielt die Musik!

Der Samstagvormittag (25. Juni) stand ganz im Zeichen der Musik: In einem großen Sommerkonzert präsentierten Kinder der 3. und 4. Klassen, das, was sie im Rahmen des JeKI-Instrumentalunterricht (Jedem Kind ein Instrument) auf Keyboard, Geige, Querflöte, Percussion und Saxophon gelernt hatten.

Die Aula am Standort Swatten Weg war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Stellvertretende Schulleiterin, Dorit van Aken, die Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Geschwister, die Instrumentallehrer*innen und viele andere Gäste zu diesem musikalischen Ereignis herzlich willkommen hieß.

Eröffnet wurde der musikalische Reigen von der Geigen- und der Saxophongruppe der Drittklässler, die mit zwei schwungvoll vorgetragenen sommerlichen Stücken für Urlaubsstimmung sorgten und für ihr Können viel Respekt und Applaus ernteten.

Nun waren die 4.-Klässler an der Reihe, die in freudiger Aufregung ihre Instrumente bereithielten und unter der Leitung ihrer Instrumentallehrer*innen, Frau Westphal, Frau Dimitrowa, Frau Song, Frau Abe, Herr Ferreira, im weiteren Verlauf des Konzertes die Bühne für sich eroberten. Nach zwei Jahren Coronaauftrittspause konnten alle Kinder endlich zu Gehör bringen, was zuvor fleißig geübt und geprobt wurde. Von Beethovens „Für Elise“ der Querflötengruppe sowie entspannter sommerlicher Geigenmusik über coole Rhythmen der Percussiongruppe bis hin zu rockigem Crossover der Keyboardkinder und smoothen Jazzstücken auf den Saxophonen – es blieb kein Wunsch offen. Die Kinder wuchsen über sich hinaus- sie überzeugten durch musikalisches Können und wurden durch stürmischen Applaus belohnt. Den Eltern sah man den Stolz und die Freude darüber an, dass alles so hervorragend geklappt hatte.

Am Ende gab es neben all dem Glück über so viel Gelungenes noch einen Wermutstropfen. Gabriele Sauer, die Organisatorin und Moderatorin des Konzertes verabschiedete die von Kindern und Kolleg*innen hochverehrte Saxophonlehrerin, Frau Dimitrowa, mit wertschätzenden Dankesworten und einem großen Rosenbusch in eine Festanstellung als Musiklehrerin an der Stadtteilschule Poppenbüttel.

Als hochkarätiger musikalischer Abschluss des Konzertes erklang die „Samba de Orfeu“ gemeinsam vorgetragen von allen Instrumentallehrer*innen. Blumen für die JeKI-Lehrer*innen und Eis für die tollen Kinder der Fridtjof-Nansen-Schule gab es am Ausgang dieses beeindruckenden Samstagvormittagkonzertes.

Lesical verzaubert Kinder

 

Ein Lesical – was ist denn das? Kinder und Eltern stellten sich genau diese Frage, als die Lehrerinnen Natalie Bade und Christine Ritter von ihrer Zusage für zwei Schul-Vorstellungen berichteten. Beide hatten sich im Dezember 2021 für eine musikalische Lesung mit Christian Berg beworben und den Zuschlag erhalten. Der Verein „Hamburger Abendblatt hilft“ hatte Grundschülern und – schülerinnen eine tolle Veranstaltung mit und vom bekannten Autor und Schauspieler Christian Berg verschenken wollen, um sie für die vielen Entbehrungen in der Corona-Zeit ein wenig zu entschädigen.

Ein Lesical ist viel mehr als eine Lesung, nämlich eine Performance mit viel Musik und Mitmachelementen. Da Christian Berg im Januar überraschend verstarb, engagierte der Verein zwei seiner langjährigen Wegbegleiter*innen, Torben Padanyi und Alexandra Kurzeja, die sein Buch derzeit professionell und würdig im künstlerischen Sinne Christian Bergs präsentieren.

Am 1. Juni war es so weit. Die Klassen 1 c, 1 f, 2 e und 2 f liefen durch den strömenden Regen in den Standort Swatten Weg, die Klassen 1 a, 1b, 2a und 2 b kamen trockenen Fußes in die Aula. Auf der Bühne erwarteten sie die beiden Performer, die mittels Stimme und Mimik, vor allem aber durch „Rumpelröschen“, einer menschgroßen Handpuppe, die Jungen und Mädchen sofort in ihren Bann zogen.

Erzählt wurde den Kindern im Lesical das Märchen von einem Fee (ja, er ist männlich!), der nicht leise und sanft, sondern laut und mutig durchs Märchenreich zieht und so manches Abenteuer besteht. Der Handpuppen-Junge „Rumpelröschen“ eroberte die Herzen der Kinder im Sturm und ließ sie so manches Mal laut lachen und mitsingen. Auch ohne Zauberkräfte beweist er Mut und Witz, wenn er Aschenputtel, Pincchio oder dem pummeligen Einhorn begegnet. Ganz zum Schluss landet er bei Hänsel und Gretel, wo er zeigt, dass ein gutes Herz Großes bewegen kann.

Der Fee war es wohl nicht, doch viele Kinder wurden bei diesem musikalischen Lesespektakel von Christian Bergs Geschichte und den beiden überzeugenden Darstellern verzaubert. Ein Lesical – macht Spaß!
MSW

Straßenkonzert für Sabine Tengeler

 

Die Chorkinder der Fridtjof-Nansen-Schule strahlten mit der Sonne um die Wette, als sie vor dem Schulgebäude am 18. Mai ein kleines Konzert gaben. Voller Schwung und Lebensfreude stimmten die Dritt-und Viertklässler unter der Leitung von Regina Scharff und Gabi Sauer drei Lieder an und sorgten damit für gute Laune bei allen Zuhörenden. Das erlesene Publikum bestand aus Sabine Tengeler und ihren Begleitern und Begleiterinnen, die an diesem Vormittag zu ihren Ehren eine Radtour durch den ganzen Stadtteil machten und alle Institutionen, für die Sabine Tengeler sich in ihrer Arbeit als Geschäftsführerin engagiert hatte, aufsuchten.
Da sie in diesem Mai in den Ruhestand geht (auch wenn sie sich weiter vielfältig für den Stadtteil einsetzen wird), wollte auch die Fridtjof-Nansen-Schule ihren Dank für die gute Zusammenarbeit und die zahlreichen Projekte ausdrücken. Besonders der Chor verbindet eine lange Tradition mit Tengeler, sang er doch auf jedem Stadtteilfest und trat bei mehreren Veranstaltungen im Stadtteilhaus auf.
Schulleiter Klaus Lemitz und Lehrerin Sabine Hinrichs überreichten Blumen und leckere Kostbarkeiten an Sabine Tengeler, nachdem die Chorkinder mit bunten Tüchern gewinkt und den Klassiker „In Hamburg sagt man Tschüß“ gesungen und für Rührung gesorgt hatten.

Sängerwettstreit von Kuckuck und Esel

 

Am Freitag, den 13.Mai, gastierte das Ein-Personen-Puppen-Musiktheater-„Siemitz“ an der Fridtjof-Nansen-Schule. Neun Klassen kamen in den Genuss einer zauberhaften und zugleich lehrreichen Aufführung vom „Kuckuck und dem Esel“, die sich darüber stritten, wer von beiden schöner singen könne.

Sabine Zinnecker, die grandiose Puppenspielerin, führte das von ihr in Szene gesetzte Stück solistisch auf; einzige Begleiter: Eine aufklappbare Bühne, die ungeahnte Überraschungen bereithielt sowie liebevoll geschnitzte Holzfiguren.

Doch nicht nur der sangeslustige Kuckuck und der kluge Esel standen im Mittelpunkt des Theaterstückes, genauso wichtig waren die zuschauenden Kinder selbst, die immer wieder direkt in die Geschichte einbezogen wurden. So sangen die Kinder die alten und neuen Frühlingslieder begeistert mit, klatschten und lachten und wurden ganz nebenbei auch noch zu Profis in Sachen Streitschlichtung „ausgebildet“: Tief einatmen- kraftvoll ausatmen – und gaaaanz langsam bis 10 zählen… das hilft garantiert beim nächsten Streit!

Nach vielen lustigen Gesangseinlagen der beiden tierischen Sänger waren am Ende die Kinder gefragt, wer denn nun am besten gesungen hätte? Doch diese Entscheidung zu fällen, fiel niemandem leicht. Und so einigte man sich mit Hilfe des fantastischen Riesen „Timpetu“  darauf, dass sich der Kuckuck und der Esel ganz einfach zusammentun sollten, um gemeinsam zu musizieren. Und das taten sie dann mit kraftvoller sängerischer Unterstützung des Publikums! Einfach wunderbar!  G.Sauer

Fröhliche Ramadanfeier

 

Am 4. Mai feierten 650 Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen ein fröhliches Fest in der Aula der Fridtjof-Nansen-Schule im Swatten Weg. Erstmals fand ein kleines „Ramadanfest“ statt, das Kindern und Erwachsenen die Besonderheiten des muslimischen Fastenmonats Ramadan und den Zauber des Zuckerfestes nahebringen wollte. Natalie Bade und Maren Schamp-Wiebe, Fachleiterinnen für Religion, hatten zusammen mit der islamischen Gemeinde Eidelstedt sowie mehreren muslimischen Kindern ein buntes Programm zusammengestellt, das zwei Mal hintereinander für jeweils 13 Klassen veranstaltet wurde.

Nach der Begrüßung erklärte Bülent Senges den Anwesenden, wie viele Muslime die zurückliegenden vier Wochen verbracht hatten, berichtete von Gebetszeiten, dem abendlichen Fastenbrechen und muslimischen Traditionen. Der gesungene Gebetsruf von Hoca Mehmet Ünver klang für die meisten erst einmal fremd, hörten sie doch zum ersten Mal den eindringlichen Gesang, der mehrmals täglich zum Gebet aufruft. Alle Kinder waren dabei sehr still und hörten ehrfürchtig zu.

Im Anschluss daran interviewte Maren Schamp-Wiebe Solin, Sarah, Anis, Adem und Abul. Diese Mädchen und Jungen erzählten vom Zuckerfest, das sie erst zwei Tage zuvor mit ihrer Familie gefeiert hatten, von den Geldgeschenken, dem Wiedersehen mit lieben Verwandten, der guten Stimmung, dem leckeren Essen, von Tanz und Musik. Dafür, dass drei Kinder von ihnen ihre schicke, zum Teil auch traditionelle Kleidung, vorführten, gab es einen extra großen Applaus.

Die Lehrerin Funda Capan erinnerte sich an die aufregenden Zuckerfeste ihrer Kindheit und erklärte, dass es mittlerweile neue Traditionen gäbe, wie zum Beispiel den Ramadankalender für Kinder. Dieser – in Anlehnung an den christlichen Adventskalender zu Weihnachten – soll den Kindern das Warten ebenso verkürzen oder versüßen, nur hat er 30 statt 24 Türchen (so viele Tage hat der neunte Monat Ramadan).

Nachdem zwei Mädchen den Stirnkuss vorgeführt hatten, den muslimische Kinder den Älteren gegenüber als Zeichen des Respekts zelebrieren, spielten Liya und Melisa ein kleines Theaterstück vor: „Aisha und der verschwundene Iftar“. Dabei kochten Oma und Enkelin für das allabendliche Iftar (Essen beim Fastenbrechen) die leckersten Sachen, aber auch Reis und Suppe. Nachdem sie nachmittags den Kindern im Waisenhaus einige Töpfe mit Essen gebracht hatten, setzten sie sich selbst zum Iftar. Aisha stellte erschrocken fest, dass Oma die Töpfe verwechselt hatte. Auf ihrem Tisch standen nämlich nur noch die einfachen Gerichte. Die Großmutter und auch Herr Senger klärten dann auf, dass Muslime gerade im Fastenmonat auch an die Armen denken und ihnen am besten das geben sollen, was sie am liebsten selbst behalten wollten.

Als drei mutige Mädchen den Tanz „Haley“, aufführten, wiegten und klatschten viele Kinder fröhlich mit. Dieser traditionelle Volkstanz war sehr vielen Schülern und Schülerinnen bekannt und darf – als Nationaltanz der Türkei – auf keinem Fest fehlen.

Im Volksmund wird das dreitägige Bayram auch „Zuckerfest“ genannt, weil die Kinder an diesen Tagen so viele Süßigkeiten geschenkt bekommen. Dazu passend bekamen alle Kinder am Ausgang noch einen Bonbon oder ein Zuckerstück geschenkt. So blieb bei vielen Kindern eine „süße“ Erinnerung an eine schöne und lehrreiche Ramadanfeier.

Eine Viertklässlerin meinte im Anschluss: „Das Ramadanfest hat mir richtig gut gefallen. Ich verstehe jetzt, warum meine Mitschüler die Zeit so aufregend finden. Das ist wie bei uns Weihnachten!“.

Ein anderes Mädchen ergänzte: „Mir hat am besten das Theaterstück gefallen, weil die Oma und Aisha Essen zum Waisenhaus gebracht haben!

Nur eins fand ich doof: Dass unsere Mitschülerin im Rollstuhl die Treppen hochgetragen werden musste. Es wäre besser, wenn es da einen Fahrstuhl geben würde!“
Diese Schülerin war vom Schulleiter und ihrem Lehrer die lange Treppe hoch getragen worden, weil die Aula der Fridtjof-Nansen-Schule im Swatten Weg trotz mehrerer Anträge und Bitten noch immer nicht barrierefrei ist. Der Einsatz der beiden Männer lohnte sich genauso wie der des Vorbereitungskomitees. Auf jeden Fall soll es auch 2023 eine Ramadanfeier in der Schule geben.  Text: M. Schamp-Wiebe   Fotos: M. Büttner