Auch der Fahrenort erlebte eine Woche Trommelapplaus
Wenn 500 Menschen auf einmal trommeln, ist das mit dem ganzen Körper zu spüren. Als die Schulgemeinschaft der Fridtjof-Nansen-Schule im Fahrenort jeden Morgen in der neuen Sporthalle zusammenkam, um mit Trommelapplauschef Bernhard Heitsch zu trommeln, machten fast alle Menschen voller Begeisterung mit: Die Vorschulkinder genauso wie alle anderen Jahrgänge von Klasse 1 – 4, die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitung, das Erzieher:innenteam sowie die vielen Schulbegleitungen, die sich um Kinder mit Förderbedarf kümmern.
Bei einigen Rhythmen bebte der Boden und brachte auch den letzten Zweifler dazu, sich auf die Geschichte von der kleinen Djembe einzulassen, die zurück zu ihren Eltern nach Afrika wollte.
Alle trommelten mit Händen und Fingern, klatschten, tanzten und sangen nach Herzenslust unter Anleitung eines einzelnen Mannes. Bernhard Heitsch war bereits zum dritten Mal zu Gast in der Fridtjof-Nansen-Schule und müsste langsam müde oder fahrig werden, weil er seit Jahrzehnten jede Woche neu mit Schulkindern in ganz Deutschland trommelt. Von Müdigkeit oder Alterserscheinungen aber keine Spur: Dieser Trommellehrer war von der ersten bis zur letzten Minute mit ganzem Herz und vollem Körpereinsatz bei der Sache. Er leitete die vielen Menschen kompetent und humorvoll an und ließ ein unvergleichliches Gemeinschaftsgefühl entstehen.
Damit Maren Schamp-Wiebe, die sich an der Fridtjof-Nansen-Schule um viele Projekte und Veranstaltungen kümmert, den Trommelapplaus wieder buchen konnte, hatte die Schule im Herbst 2025 einen Sponsorenlauf organisiert. Bei diesem waren die Kinder sehr viele Runden gelaufen und hatten damit eine große Summe an Sponsorengeldern „verdient“: genug Geld, um den Trommelapplaus für 2 Wochen zu engagieren und Material für die Tiermasken und Verkleidungen zu besorgen.
Drei Tage lang trommelten Kinder und Erwachsene in der Sporthalle auf dem Schulgelände, dann wurden die Djembes wieder abtransportiert. Am Donnerstag und Freitag traf sich jeweils die Hälfte aller Klassen in der St. Jakobuskirche, die ihren Kirchsaal freundlicherweise wieder zur Verfügung gestellt hatte. Im Altarraum saßen die verkleideten Affen, Löwen, Zebras, Vögel, Elefanten, Krokodile und Sterne. Jeweils eine Tiergruppe durfte für den eigenen Auftritt aufstehen und sich zur Trommelmusik bewegen, während die anderen den Backgroundchor darstellten.
Am späten Freitagvormittag strömten dann Hunderte von Eltern und Großeltern in die Kirche, um an den beiden Aufführungen teilzunehmen. In jeweils 45 Minuten reiste die trommelnde Schulgemeinschaft zu Djembes Familie nach Afrika und begegnete unterwegs den unterschiedlichsten Tieren. Sowohl Schüler und Schülerinnen als auch die Zuschauenden staunten über die Verwandlungsfähigkeit ihres Trommellehrers, der scheinbar mühelos vom Trommeln zu Gesang, von Gitarrenbegleitung zu Choreographie wechselte und dabei feinste Stimmungswechsel wahrnahm. Das Publikum klatschte begeistert und honorierte die Aufführungen mit lächelnden Gesichtern.
Anschließend verabschiedeten sich die Jungen und Mädchen nicht nur von „ihren“ Trommeln, sondern auch von den Lehrkräften und Klassenkameraden in die wohlverdienten Ferien. Gut gelaunt und fröhlich singend verließen die vielen Menschen den Kirchhof.
MSW














