Bruder Jakob begrüßt ukrainische Schulkinder

Am Montag, den 24.08.26, wurden 12 Jungen und Mädchen in der Unterkunft für geflüchtete Menschen aus der Ukraine eingeschult. Die kleine Schule auf dem großen Containergelände in der Schnackenburgallee zwischen Autobahn und Volkspark gehört als dritter Standort zur Fridtjof-Nansen-Schule in Lurup und wird vom stellvertretenden Schulleiter Marco Gerritsen geleitet. Lehrerin Verena Klein, die den Standort managt, und Lehrer Joel Gransow hatten zusammen mit ihren Kolleginnen die Feier liebevoll vorbereitet und inmitten von Containern auf einer brachliegenden Fläche Bänke für die einzuschulenden Kinder, die Schüler*innen der älteren Jahrgänge und einige Mütter aufgestellt. Rundherum war alles schön geschmückt und die selbst gefüllten Schultüten standen bereit.

Nach einer kurzen Begrüßung, die von Dolmetscherin Katyrina übersetzt wurde, spielte die Klasse 3 f aus dem Fahrenort ein Theaterstück über den faulen Jakob, der nicht arbeiten, sondern immer nur schlafen wollte. Schön verkleidet und sehr lebendig stellten die Drittklässler die lustige Geschichte dar. Das Publikum der Schnackenburgallee schaute gespannt zu und lachte herzhaft, als die Kinder den schlafenden Jakob mit ihren in vielen Sprachen (Englisch, Türkisch, Polnisch, Arabisch, Russisch, Albanisch) vorgetragenem Lied zu wecken versuchten. Erst nach der sechsten Strophe des bekannten Kinderliedes „Bruder Jakob, Bruder Jakob, schläfst du noch? Schläfst du noch? Hörst du nicht die Glocken? Ding, dang, dong…“ wachte dieser endlich auf und läutete die goldene Glocke. Nach dem Applaus für die Schauspielkinder sangen alle gemeinsam die russisch/ukrainische Variante des Liedes: „Brat Ivan“.

Zum Abschluss erhielten die 5 bis 7-jährigen ukrainischen Kinder eine Sonnenblume und eine Schultüte von ihrem neuen Lehrerteam. Jeweils ein älteres Schulkind überreichte dem neuen Vorschulkind oder Erstklässler einen selbst gebastelten Schmetterling, so dass alle anschließend reich beschenkt und fröhlich in ihre erste Unterrichtsstunde gingen. Diese war so aufregend, dass keiner auf die Idee kam, diese wie Bruder Jakob zu verschlafen.

Text: Maren Schamp-Wiebe

Bilder: Ulrike Ritter