Diesen Satz spricht Sarra (8) nach kurzem Überlegen. Dann strahlt sie über das ganze Gesicht und ergänzt: „ … aber auch gut – ich kann Rollschuh laufen“. Sarra lebt in der SBA, der Erstaufnahme für Flüchtlinge in der Schnackenburgallee. Bis zu 2.500 Menschen leben dort seit Frühjahr 2022 in Containern und Zelten, die meisten sind Geflüchtete aus der Ukraine.
Sarra wurde am 1. September 2022 in der „Container-Schule“ eingeschult. Es war ein fröhlicher Tag für das aufgeweckte, damals 6-jährige Mädchen, weil es Abwechslung brachte und terminlich auf den offiziellen Einschulungstag in der Ukraine fiel. Für die Lehrkräfte waren die ersten Schulwochen aufregend und anstrengend zugleich. Die Klassenräume waren noch nicht fertig eingerichtet, es fehlte an Schulmaterial und Büchern. Noch nicht einmal ein Kopierer war bis dahin geliefert worden, so dass alle Arbeitsblätter außer Haus vervielfältigt werden mussten. Die Zusammenarbeit mit der Camp-Leitung lief holperig – inzwischen arbeitet diese mit dem Kollegium Hand in Hand.
In sieben Klassen wurden Kinder vom ersten Tag an beschult. Einige wenige waren vorher schon zur Schule gegangen und konnten in ihrer Sprache bereits lesen und schreiben. Die Meisten mussten ganz von vorn mit dem Erlernen des Alphabets beginnen. Wie in allen anderen Regelklassen auch gab und gibt es Schüler und Schülerinnen, die schnell lernen und andere mit Förderbedarf. Das alles mussten die Lehrkräfte in der Anfangszeit herausfinden und die Kinder anschließend mit dem individuell passenden Unterrichtsmaterial versorgen. Hinzu kommt die stetige Fluktuation. Sarra ist eine der wenigen Schülerinnen, die von Anfang an dabei ist. Viele Kinder wurden mit ihren Familien nach einigen Monaten in eine andere Unterkunft verlegt, einige zogen zurück in die Ukraine, wieder andere mussten in eine Regelschule wechseln. Laufend werden neue Schüler und Schülerinnen angemeldet, die wieder ganz von vorn anfangen.
Sarra ist mit fünf anderen Kindern in einer Klasse. Bei meinem Besuch lernt sie gerade mit den gleichaltrigen Kindern Eldar und Ilona das Wortfeld „Säugetiere“. Lehrerin Verena Klein unterrichtet die 2. Klasse mit ihrem Kollegen Joel Granzow mit Freude und ganz viel Leidenschaft. Der
Deutschunterricht läuft lebendig und lustig ab. Die Kinder sollen Rätsel lösen und anschließend die richtige Bildkarte suchen. „Welches Tier hat einen langen Hals?“ fragt Verena Klein und Zarra ruft laut „Giraffe“, läuft los und darf die Bildkarte in das entsprechende Fach an der gr0ßen Buchstabentafel im Klassenraum stecken. Die Namen der Tiere werden von allen Kindern mehrfach wiederholt und laut ausgesprochen. Zur Auflockerung bittet die Lehrerin die Kinder, mir eines ihrer Lieder vorzusingen. Begeistert springen die Kinder auf und singen ein kindgerechtes Bewegungslied. Dabei zeigen sie auf die entsprechenden Körperteile. Der Spracherwerb für die ukrainischen Kinder läuft vor allem über Lieder, Gedichte und handlungsorientierte Projekte. Die motivierten Lehrkräfte in der „Camp-Schule“ arbeiten eng zusammen und entwickeln immer neue Ideen, um „ihren Kindern“ die deutsche Sprache und Kultur nahezubringen. Da eigentlich alle Jungen und Mädchen aus Sinti-oder Romafamilien stammen, sprechen sie untereinander ihre beiden Muttersprachen Ukrainisch und Romanes. Nur selten nimmt mal ein Kind aus einem anderen Land am Unterricht teil. Die Lehrkräfte würden es bevorzugen, gemischte Klassen zu unterrichten, weil die Kinder dann gezwungen wären, miteinander Deutsch zu sprechen.
Verantwortlich für die Camp-Beschulung ist die Leitung der Fridtjof-Nansen-Schule. Der stellvertretende Schulleiter Marco Gerritsen ist an zwei Tagen in der Woche in der Schnackenburgallee und unterstützt die engagierten Lehrkräfte. Verena Klein koordiniert die Camp-Schule als dritten Standort der Fridtjof-Nansen-Schule und ist Ansprechperson vor Ort. Sie hält die Kontakte zu vielen Kooperationspartnern, stellt Anträge, plant Projekte und Ausflüge und berät das kleine Kollegium.
Sarra, Eldar und Ilona erblicken vor dem Fenster ihres Klassenraumes schon einige Kinder, die früher Unterrichtsschluss haben. Doch bevor auch sie die 50 Meter zu ihrer Familie laufen können, stelle ich die Frage: „Freut ihr euch auf die Ferien?“. Die meisten anderen Hamburger Schüler und Schülerinnen würden jubelnd „Ja“ schreien, die drei Zweitklässler in der Camp-Schule aber wägen ab. Ferien bedeutet, dass ihre geliebte Schule für sechs Wochen schließt, sie ihre Lehrerin nicht mehr sehen und die beliebte Spielecke nicht nutzen können. Sechs Wochen in einem Containerdorf können ziemlich langweilig und eintönig sein. Verena Klein hofft, dass die Kinder anschließend noch Deutsch verstehen, und freut sich auf ein Wiedersehen in sechs Wochen.
Maren Schamp-Wiebe











Angekommen auf dem Rathausmarkt war es an mir, die Kinder für die Spiele „aufzustellen“. Natürlich wusste ich, dass es schwer wird für die Mannschaft. Nachdem unser Bürgermeister, Peter Tschentscher, das Turnier feierlich eröffnet hatte, wurden alle Bretter freigegeben und es zog Stille ein. Im ersten Kampf erlebte ich eine Überraschung: Wir gewannen und holten die Ehrenurkunde für die Fridtjof-Nansen-Schule. Besonders Nishma und Stacey gewannen ihre Partien, was mich sehr freute. Beim 2. Match war es knapp und wir spielten 4:4. Ich war hochzufrieden mit dem Team – alle Kinder gaben ihr Bestes und waren ruhig und diszipliniert. Die Organisation war wieder toll, nur die Hitze war fast unerträglich – aber die Kinder waren tapfer. Alle Kinder bestätigten mir, dass sie großen Spaß hatten, die Urkunden werden noch nachgereicht. Vielen Dank an die Fridtjof-Nansen-Schule, die mich in Fragen des Schachspiels immer großartig unterstützt.


Matschhosen, Ersatzkleidung… Der Koffer blieb praktischerweise die ganze Woche in Wittenbergen, so dass wir auf unserer täglichen Busfahrt nur mit Rucksäcken bepackt fuhren. Die Klassen wurden jeden Morgen von 2 großen Reisebussen – einen herzlichen Dank an das Team der Firma Baehr und Exner aus Schenefeld – am Fahrenort abgeholt und kamen nachmittags gegen 16 Uhr zur Schule zurück.
In der Zwischenzeit war Zeit zum Spielen, Toben, Wald erforschen, Schnitzen… Das Gelände in Wittenbergen ist riesig und bietet neben Wald und großen Wiesen zum freien, kreativen Spiel auch mehrere Spielgeräte, einen Fußballplatz, Sandkästen – einfach alles, was das (Kinder- )Herz begehrt. Viele Kinder genossen das freie Herumlaufen sehr und erkundeten begeistert die Umgebung. Jede Klasse hatte für die Woche einen eigenen Gruppenraum, in dem gegessen oder auch mal drin gespielt wurde. Viele Kinder hatten ein Kuscheltier oder ihr Lieblingsspiel eingepackt. Außerdem gab es in den
Klassen einmal am Tag den beliebten „Naschi- Laden“ bzw. die „Naschzeit“, in der die Lieblingssüßigkeiten mit den MitschülerInnen geteilt wurden. Bei dem sehr wechselhaften Wetter der letzten Woche war der Gruppenraum auch sehr praktisch, um sich – oder die mehrfach nass gewordene Regenkleidung – zu „trocknen“…
Staunen beobachteten die Kinder, wie unterschiedlich der Elbstrand an dieser Stelle bei Ebbe und Flut aussieht und welche Spielmöglichkeiten sich dadurch ergeben. So wurden beispielsweise bei Ebbe wahre „Schlicktierchen“ aus einigen SchülerInnen… Ob bei Sonne, Wind oder auch mit dunklen Wolken am Himmel – die Zeit am Elbstrand war für viele Kinder das Highlight des Tages.




Dann gab es jedoch noch zwei besondere Ereignisse: Melanie Westphal, langjährige Keyboardlehrerin an beiden Schulstandorten, wurde mit einem großen Rosenstrauß, Süßigkeiten aus Kinderhand sowie mit warmherzigen Dankesworten der Abteilungsleiterin Gabriele Sauer in eine wohlverdiente kreative Arbeitspause verabschiedet. Den Schluss dieses tollen Konzertes gestalteten alle JeKilehrerInnen gemeinsam: Sun Song (Geige), Sascha Vakarchouk (Saxophon), Cesar Ferreira (Percussion), Melanie Westphal (Keyboard) sowie Rebekka Gödel (Gitarre) spielten für ihre SchülerInnen und alle Gäste das emotional berührende Musikstück „Experience“ von Ludovico Einaudi.




genossen den Applaus der vielen Zuschauenden. Die Organisatorinnen Christine und Ulrike Ritter überreichten am Ende der Veranstaltung die Gold- und Silber-Pokale an die 3 f und 4 g sowie einen weiteren an Frankreich. Die Klasse 4 f hatte gegen England, die 3 c, gewonnen und damit den Platz 3 erreicht. Zu Tränen vor Rührung führte das Überreichen eines Fairnesspokals an die Klasse 3 d, die für ihre sehr faire und freundschaftliche Art bei diesem Turnier geehrt wurde.











Die eingeladenen Familien und LehrerInnen hatten aber nicht viel Zeit, diesen Ohrwurm nachklingen zu lassen – denn nach kurzen Begrüßungsworten von Marco Gerritsen und JeKi – Koordinatorin Daniela Helmboldt reihte sich ein Höhepunkt an den nächsten. Alle JeKi – Instrumentalgruppen durften ihre eingeübten Stücke präsentieren und zeigten stolz ihr Können. Auf ihre Auftritte wurden sie von den InstrumentallehrerInnen Frau Song, Herr Vakarchuk, Frau Abe‘, Frau Westphal, Frau Hierholzer, Frau Sölter und Frau
Wende sehr gut vorbereitet. Nacheinander hörte man Lieder und Melodien auf Saxophonen, Geigen, Keyboards, Percussioninstrumenten, Querflöten und Kornetts bzw. Baritonhörnern. Es gab Lieder, die ganz leise und stimmungsvoll vorgetragen wurden wie zum Beispiel „Faded“ und andere, die laut dargeboten wurden und zum Mitklatschen oder Mitsingen animierten. Nach jeder Vorstellung gab es großen Applaus.
und Keyboards die Hauptmelodie spielten, gab es mehrstimmige Begleitungen von den Querflöten, Blechbläsern, Trommeln und Geigen. Viele ZuhörerInnen klatschen begeistern und wünschten sich eine Zugabe. Das Stück wurde von Keyboardlehrerin Melanie Westphal extra für den gemeinsamen Auftritt arrangiert – genau wie das Stück, das die JeKi- LehrerInnen am Ende der Konzerte allen Zuhörern vorspielten. Herzlichen Dank und alles Gute für unsere engagierte Frau Westphal, die sich nach mehrjähriger Zusammenarbeit mit der FNS nun anderen musikalischen Projekten widmet!
Am Ende waren sich alle einig: Ja! An der FNS seid ihr bunt, stark, neugierig.. und sehr musikalisch!





Auf drei Kunstrasenfeldern sind die Kinder in verschiedenen klassen- und standortgemischten Teams gegeneinander angetreten. Für viele war es das erste Mal, Fußball auf einem solchen Feld zu spielen. Die Begeisterung war spürbar! Unterstützt von engagierten Lehrkräften, Betreuer*innen und den Organisator*innen erlebten alle Kinder eine Atmosphäre der Gemeinschaft und des Fairplays.
Ein besonderer Höhepunkt des Tages war die großzügige Unterstützung von „Smileys“, die allen Beteiligten eine leckere Pizza als Abschluss des Turniers sponserten. Die strahlenden Gesichter der Kinder beim Genuss der Pizza zeigten, wie schön dieser Tag für alle war.

platzierten sich drei mutige Kinder mit Notenständern und Saxophonen sehr nah und direkt vor dem Publikum. Mit kräftiger Stimme sagten sie ihre Stücke an und wurden ihrer couragierten Ankündigung im vollen Maße gerecht. Sie spielten mit „Schmackes“ und Musikalität zwei schwierige Stücke und nicht nur die stolzen Eltern konnten sich vorstellen, dass hier drei zukünftige „Saxophonprofis“ ihren Auftritt hatten. 
Stolz standen die Kinder unter dem Baum und begutachteten die schönen Vogelhäuser, die hoffentlich schon bald fliegende Bewohner finden. Natürlich ist die Brutzeit gerade vorbei und die meisten Vögel werden erst im kommenden Frühjahr nach einer geeigneten Höhle für ihre Brut suchen. Die Aufhängung im Sommer macht jedoch ebenfalls Sinn, weil einige Vögel sich den Winter über schon mal nach geeigneten Behausungen umschauen oder dort Schutz vor der Kälte suchen.

