Die Kinder in der Flüchtlingsbeschulung Schnackenburgallee befinden sich zurzeit in einer unsicheren Lebenslage. Unser pädagogisches Zeil ist es, den Kindern Sicherheit, Geborgenheit und natürlich auch etwas beizubringen, in erster Linie Deutschkenntnisse, damit sie die Voraussetzung haben, sich gut in die deutsche Gesellschaft integrieren zu können.
Eine Gelegenheit diese gemeinsame Aufgabe zu zelebrieren ergab sich am Dienstagabend , den 28.11., durch den Umstand, dass die ukrainische Fußball-Mannschaft „Schachtar Donezk“ ihre Champions-League-Heimspiele dankenswerterweise im Volksparkstadion austragen darf. So haben wir durch Connections, – Dank an Herrn Rene Grassau, der in der Flüchtlingsunterkunft ehrenamtlich und in Verbindung mit dem HSV, tätig ist – Freikarten für das Heimspiel gegen den Royal Antwerpen FC bekommen. Der Lehrer Herr Gransow hat diese Verbindung für uns genutzt und diesen Ausflug federführend für uns organisiert.
Wir trafen uns um 17:00 Uhr in der Flüchtlingsunterkunft, um ins benachbarte HSV-Stadion zu gelangen. Fackeln leuchteten uns und den Kindern den Weg, so dass wir dann pünktlich unsere reservierten Sitzplätze einnehmen konnten. Die Kinder waren, ob der Größe des Stadions und der Stimmung, die herrschte, fasziniert und überwältigt. Die Kollegen versorgten die Kinder mit Getränken, Popcorn und Süßes. Zusätzlich gewann „Schachtar“ mit 1:0, war stimmungsmäßig natürlich auch ein Zugewinn war.
Um möglichen Tumulten auszuweichen und weil es dann auch schon spät wurde, sind wir rechtzeitig aus dem Stadion rausgegangen, um zurück zur Unterkunft zu gelangen. Es war ein bemerkenswerter Abend, bei dem wir wiedermal erkennen konnten, dass sich Engagement für die gute Sache auszahlt. Die Ernte waren glückliche Gesichter, neue Erfahrungen, ein perfektes Zusammenspiel eines guten Teams und drei wichtige Punkte im Champions-League-Rennen.











Vor dem Start des gemeinsamen Laternenumzuges wurde ein kleines Programm dargeboten. So traten einige Kinder mit ihren Trompeten auf und zeigten, was sie im Jeki-Unterricht gelernt hatten. Der Chor sang herbstliche Lieder und animierte das Publikum, mit ihnen gemeinsam Laternenlieder zu singen. Viele Texte handelten von der Barmherzigkeit St. Martins. Dessen Geschichte hatten alle Fahrenort-Klassen am Vormittag in der Jakobuskirche erlebt, als Lehrer und Lehrerinnen sowie eine Erzieherin das Martinsspiel aufführten. In tollen Kostümen, die der kürzlich verstorbene Vater Holger Schaper Schule und Gemeinde geschenkt hatte, und eindrucksvollen Requisiten, wurde die Teilung des Mantels für den frierenden Bettler in Szene gesetzt. Die Aufführung begeisterte Alt und Jung zugleich. Im Anschluss daran wurden auf dem Kirchhof Brötchen, die von Harry Brot gespendet worden waren, miteinander geteilt.





Für knapp 2 Stunden tauchen die Schüler und Schülerinnen in die Welt des späten Mittelalters ein, erleben eine Tischszene im Hause Luther, kleiden sich in Umhänge und erhalten einen Backstein, den sie die ganze Zeit mit sich tragen müssen. Dabei spüren sie die Schwere der Zeit, die vielen Ängste der Menschen damals vor Krankheit, Tod und Hölle. Dass sich die Ablassprediger diese Furcht zunutze machten, empört die Kinder immer wieder aufs Neue. Sie gehen in die Diskussion mit Ablassprediger Tetzel und erklären ihm, was sie im Religionsunterricht gelernt haben: Gott liebt alle Menschen und er vergibt auch Schuld. Niemand muss Geld bezahlen, um in den Himmel zu kommen!


















Mit Beginn des Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 gab es eine große Flüchtlingsbewegung, bei welcher auch in Hamburg viele Menschen Zuflucht suchten. In Zuge dessen entstand ein vergleichsweise großes Lager für diese geflüchteten Menschen in der Schnackenburgallee 81 (kurz SBA, ehemals HSV Parkplatz Braun), welches bis heute das Zuhause von aktuell ca. 780 ukrainischen Geflüchteten ist. D
In diesem einen Jahr konnten wir gemeinsam mit den Kindern ganz viele verschiedene Herausforderungen bewältigen und haben es geschafft, in dieser besonderen Situation ein schulisches Zuhause für die Kinder zu erschaffen. Gerade das ist dem Kollegium und der Schulleitung zu verdanken, die sich tagtäglich für die Kinder einsetzen und dadurch auch mehr als einfach nur Lehrkraft sind.

Mit der persönlichen Segenshandlung für jedes einzelne Kind erreichte die Veranstaltung ihren Höhepunkt. In zwei Kreisen sitzend erhielt fast jedes einzelne Kind den Segen Gottes und Allahs sowie einen Mutvers zugesprochen. Es entstanden innige Momente zwischen Erwachsenen und Kindern. Viele genossen Blickkontakt und warme Worte, für andere schien es etwas fremd zu sein. Auf jeden Fall wurden viele Herzen berührt, auch die der Segnenden und einiger zuschauender Eltern.




Nach einer Begrüßung und Informationen von Schulleiter Klaus Lemitz, dem stellvertretenden Schulleiter Marco Gerritsen und Abteilungsleiterin Gabi Sauer wurden Lieder vorgetragen und kleine Theaterstücke vorgeführt, die die neuen Erstklässler und –klässlerinnen auf den Holzbänken vorn gebannt verfolgten. Als dann endlich die Namen aufgerufen und die Kinder ihren Klassen und dazugehörigen Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern zugeordnet wurden, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt.







